Wolfsburg bangt vor dem Duell mit Düsseldorf um Knoche und Mehmedi

Labbadia: "Wir machen uns den größten Druck"

"Ich habe einen Riesenrespekt vor ihm": Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia über Friedhelm Funkel.

"Ich habe einen Riesenrespekt vor ihm": Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia über Friedhelm Funkel. imago

Extremsituationen sind Bruno Labbadia bestens bekannt, sechs Spiele ohne Sieg lassen den Fußballlehrer da noch nicht unruhig werden. Am Donnerstag sprach der VfL-Coach unter anderem über den Druck, das Duell mit Funkel und die personelle Situation.

Der Druck der Tabelle: In der Tabelle der Spieltage drei bis acht ist der VfL Schlusslicht, insgesamt fielen die Niedersachsen von Platz zwei auf zehn ab. Nun geht's zum Letzten der Liga, Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer machen aus der Wichtigkeit des Spiels bei der Fortuna kein Geheimnis. "Das Spiel ist sehr bedeutsam", sagt der Sportdirektor am Donnerstag im kicker, "wir wollen als Sieger vom Platz gehen." Das will selbstredend auch Labbadia, gleichwohl ordnet er ein: "Ich habe ab dem ersten Tag einer Saison immer das Gefühl, dass wir gewinnen müssen. Wir machen uns den größten Druck!"

Das Treffen mit Funkel: 785 Spiele hat der Düsseldorfer Coach als Aktiver und Trainer in der Bundesliga absolviert, Labbadia folgt ihm in der Erfahrungstabelle der Liga mit insgesamt 547 Partien. Die geballte Routine an der Seitenlinie, der Wolfsburger Coach zieht vor seinem Gegenüber den Hut. "Ich habe einen Riesenrespekt vor ihm, er hat schon als Trainer gearbeitet, als ich noch Spieler war. Wer so lange auf diesem Niveau arbeitet, das zeugt von Qualität." Können sich diese beiden Haudegen überhaupt noch überraschen? Ja, sagt Labbadia. Gerade bei der Fortuna gibt es nach dem 1:7 in Frankfurt diverse Fragezeichen. "Es ist nicht ganz planbar", so der VfL-Coach. "Wir erwarten ein sehr intensives und kampfbetontes Spiel." Übrigens: In vier Trainerduellen mit Funkel feierte Labbadia drei Siege, nur einmal holte sein Gegenüber gegen ihn einen Punkt - in der Saison 2008/2009 mit Eintracht Frankfurt beim 1:1 in Leverkusen. Diese Erfolgsserie, sagt Labbadia lachend, "behalten wir bei".

Das Fehlen des Sechsers: Josuha Guilavogui, der nach seinem Kreuzbandriss zurück ist, muss sich weiter gedulden. Muskuläre Probleme plagen nun den Franzosen. Wie erwartet, sagt Labbadia. "Das Knie aber reagiert nicht, deswegen bleiben wir zuversichtlich." Während Guilavogui noch in der Hinrunde zum Einsatz kommen dürfte, ist diese für Ignacio Camacho gelaufen. Der Spanienrlaborierte an einer Adduktorenverletzung und nutzte die Pause, um sich wiederholt am Sprunggelenk operieren zu lassen. Labbadia: "Er hat immer wieder mit Problemen gespielt, er hat auf die Zähne gebissen." Die Tage nach den Spielen seien höllisch gewesen für den Mittelfeldkämpfer. Da habe Camacho zugesehen, dass er überlebe, gibt der Trainer an. Diese Probleme sollen nun behoben sein. Im Gegensatz zu den Sorgen im Mittelfeld: Gegen Bremen (0:2) durfte zuletzt Marcel Tisserand als Sechser ran, wird nun jedoch aufgrund des möglichen Ausfalls von Robin Knoche (erneute Adduktorenprobleme) voraussichtlich in der Innenverteidigung benötigt. Gegen Bayern (1:3) agierte Maximilian Arnold vor der Abwehr. Und gegen Düsseldorf? "Abwarten", erklärt Labbadia, der sich auch um Admir Mehmedi sorgt, der wegen erneut aufgetretenen Wadenproblemen kürzertreten muss.

Die Überraschung mit Yeboah: Seit Dienstag trainiert John Yeboah, das Wolfsburger Großtalent, bei den Profis mit, und auch zwei Tage später will Labbadia eine Kadernominierung des offensiven Flügelspielers nicht ausschließen. 18 Jahre ist der mit neun Treffern führende der Torschützenliste der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost jung, das Alter aber interessiere ihn nicht, betont Labbadia noch einmal. "Wenn einer was kann, dann wird er spielen. Man merkt, dass er Lust hat zu kicken."

Thomas Hiete