Int. Fußball

Skandal in Belgien! Auch Brügge-Trainer festgenommen

Korruption, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen

Skandal in Belgien! Auch Brügge-Trainer festgenommen

Ivan Leko, Trainer von Dortmunds Champions-League-Gegner Brügge

Vorläufig festgenommen: Ivan Leko, Trainer von Dortmunds Champions-League-Gegner Brügge. Getty Images

Im Zuge von Korruptionsermittlungen im belgischen Fußball hat die Polizei am Mittwochmorgen 44 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Insgesamt wurden die Räumlichkeiten von zehn Erstligaklubs zwecks Beweissicherung ins Visier genommen. Dazu zählten der Club Brügge, Rekordmeister RSC Anderlecht, Standard Lüttich und Royal Antwerpen.

Wie die Agentur "Belga" berichtet, wurden außerdem mehrere Personen vorläufig festgenommen - darunter auch Ivan Leko. Der Kroate ist aktuell Trainer Brügge. Brügges Präsident Bart Verhaeghe sagte der Polizei die volle Unterstützung seines Klubs zu. Er glaubt an die Unschuld seines Trainers Leko und geht von einem großen Missverständnis aus: "Die Untersuchungen werden zeigen, dass bei uns alles sauber ist. Zudem schützen wir unseren Trainer Ivan Leko, dem nichts vorzuwerfen ist."

Jupiler Pro League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
KRC Genk
26
2
Club Brügge
25
3
RSC Anderlecht
20
Trainersteckbrief Leko
Leko

Leko Ivan

Zudem wurden auch diverse Erstliga-Schiedsrichter, darunter die beiden FIFA-Referees Sebastien Delferiere und Bart Vertenten, in Gewahrsam genommen. Auch der ehemalige Anderlecht-Manager Herman Van Holsbeeck sowie ein weiterer Spieleragent wurden abgeführt.

Der RSC Anderlecht bestätigte eine Durchsuchung seiner Vereinsräume. Man arbeite uneingeschränkt mit den Behörden zusammen, hieß es in einer Erklärung. Weitere Kommentare wolle man derzeit aber nicht abgeben.

Fälle von "möglicher Beeinflussung von Wettbewerben"

Bei den Ermittlungen geht es um Geldwäsche, Korruption und organisiertes Verbrechen, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Man gehe aber auch Fällen von "möglicher Beeinflussung von Wettbewerben" nach. Belgiens Justizminister Koen Geens äußerte sich via Twitter zu den Vorfällen: "Spielmanipulationen untergraben die Integrität des Sports."

Von den Durchsuchungen waren den Angaben zufolge unter anderem Verantwortliche von Vereinen, Spieler-Agenten, Schiedsrichter und Journalisten betroffen. Vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen. Ende 2017 hatte die Abteilung Sportbetrug der Bundespolizei Hinweise auf verdächtige finanzielle Transaktionen in Liga eins erhalten und war ihnen auf den Grund gegangen. Nach aktuellem Kenntnisstand sind einige Spiele der Saison 2017/18 von einer kriminellen Vereinigung verschoben worden. Auch ein ehemaliger Anwalt und Journalisten seien in den Betrug involviert gewesen, berichten übereinstimmend belgische Medien. Insgesamt seien 184 Polizisten in Belgien an den Durchsuchungen beteiligt gewesen.

Zudem hätten nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vergangene Spielzeit bestimmte Spielervermittler unabhängig voneinander Transaktionen durchgeführt, um so dem Finanzamt Einnahmen aus Provisionen in Bezug auf Spielertransfers, Spieler- und Trainergehälter und andere Zahlungen vorzuenthalten.

In diesem Zusammenhang gab es auch Ermittlungen in 13 anderen Ländern, insbesondere in Frankreich, Luxemburg, Zypern, Montenegro, Serbien und Mazedonien.

tru/sid/dpa