Von Aufstockung der Ligen auf 20 Vereine bis zur Fanvertretung

Union Berlin macht umfangreiche Reformvorschläge

Union Berlins Präsident Dirk Zingler

Legte zur Reform des deutschen Profifußballs ein umfangreiches Papier vor: Union Berlins Präsident Dirk Zingler. imago

" Eine Reform des deutschen Profifußballs muss mit der Auseinandersetzung um deren inhaltliche Ausrichtung beginnen", heißt es in dem Papier weiter. Die organisatorisch sinnvollen Veränderungen sollten aus den "für notwendig befundenen inhaltlichen Veränderungen" abgeleitet werden.

Union beklagt, dass sich der Profifußball von den Menschen entferne. Zudem entwerte die Tatsache, dass eine "geringe Zahl von Klubs" uneinholbar enteilt sei, die nationalen Wettbewerbe. Dadurch sinke das Interesse der Menschen, somit in der Folge das der Medien und schließlich das Interesse der Sponsoren. In der Konsequenz leide die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Union schlägt nun konkret sieben Maßnahmen für einen "stufenlosen nationalen Wettbewerb aller deutschen Profivereine" vor:

1. Die Organisation und Vermarktung aller Profiligen, also auch der 3. Liga, unter dem Dach der DFL
2. Die Aufstockung auch der obersten beiden Profiligen auf 20 Klubs
3. Den automatischen Aufstieg aller Ligenmeister in die nächsthöhere Liga, auch für die Regionalligen. Weitere Auf- und Absteiger müssen durch Play-off-Spiele ermittelt werden.
4. Eine Begrenzung der Gehaltsetats und eine Begrenzung von Leihspielern pro Verein.
5. Eine ligaübergreifende und stufenlose Verteilung der Vermarktungserlöse. So soll vermieden werden, dass ein sportlicher Abstieg zu einer existentiellen Bedrohung der Klubs führe.
6. Eine drastische Erhöhung der Ausbildungsentschädigungen
7. Eine Professionalisierung des Schiedsrichterwesens und der Sportgerichtsbarkeit

Zur Verbesserung der gesellschaftlichen Relevanz, Teilhabe und Mitbestimmung aller Akteure werden in dem Union-Papier drei weitere Maßnahmen empfohlen:

1. Alle Interessenguppen sollen in der DFL vertreten sein, also auch der Fangruppen
2. Eine Fokussierung auf das Stadionerlebnis und damit entsprechend angepasste Anstoßzeiten und die Beachtung von Maximalentfernungen bei Freitags- und Wochentags-Spielen. Montagsspiele sollen entfallen.
3. Eine Beibehaltung der 50+1-Regel. Der deutsche Fußball solle der "exzessiven finanziellen Entwicklung" einen eigenen Weg entgegensetzen.

Das Präsidium von Union Berlin bietet an, aktiv an den vorgeschlagenen Reformen mitzuwirken.

sam