Türkei geht erneut leer aus

Klares Votum: DFB erhält Zuschlag für die EM 2024

Europa kommt nach Deutschland: UEFA-Boss Ceferin öffnet den Umschlag.

Europa kommt nach Deutschland: UEFA-Boss Ceferin öffnet den Umschlag. Getty Images

Bereits vor der Abstimmung war die deutsche Bewerbung favorisiert worden. Vergangene Woche hatte die UEFA die Evaluationsberichte zur Bewerbung um die EM 2024 veröffentlicht und der deutschen Kandidatur in mehreren Kategorien ein besseres Zeugnis ausgestellt als der Konkurrenz aus der Türkei. Die Mitglieder des Exekutivkomitees sahen es ähnlich und gaben dem DFB mit Präsident Reinhard Grindel an der Spitze nun am Donnerstag den Zuschlag. Das Exekutivkomitee stimmte bei einer Enthaltung mit 12:4 für die deutsche Bewerbung.

"Ich bedanke mich beim UEFA-Exko für das unglaubliche Vertrauen", sagte ein erleichterter Grindel. "Ich spüre Verantwortung. Wir werden alles dafür tun, den Erwartungen gerecht zu werden. Wir werden alles tun, das Vertrauen zu rechtfertigen."

DFB rechnet mit 2,78 Millionen Zuschauern

Die Partien werden 2024 in insgesamt zehn deutschen Stadien ausgetragen: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt hatten sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Nürnberg, Hannover, Mönchengladbach und Bremen waren dagegen leer ausgegangen. Wo Eröffnungsspiel und Finale steigen, wird noch festgelegt. Der DFB rechnet damit, dass insgesamt 2,78 Millionen Zuschauer zu den 51 Spielen in den Stadien kommen können.

Philipp Lahm, WM-Kapitän von 2014, wird die Funktion des EM-Cheforganisators übernehmen. "Wir freuen uns sehr, die Europameisterschaft ausrichten zu dürfen. Wir haben tolle Stadien und Fans, die den Fußball lieben. Wir wollen gemeinsam in Deutschland ein riesengroßes Fest feiern", freute sich Lahm nach der Bekanntgabe.

Bittere Enttäuschung: Türkei scheitert im vierten Anlauf

Frust dagegen herrscht einmal mehr in der Türkei. Die Bewerbung mit dem Zentrum Istanbul und acht weiteren Städten unter dem Motto "Share together" (Miteinander teilen) unterlag – nicht zum ersten Mal. Dreimal war die Türkei bereits mit einer EM-Bewerbung für die Turniere 2008, 2012 und 2016 gescheitert. Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt als großer Fußball-Fan und schaltete sich persönlich in den Wahlkampf ein - allerdings vergeblich. Und so verließen die Delegierten des türkischen Verbands TFF die Schweiz bitter enttäuscht. "Dass die UEFA trotz all unserer Stärken die Europameisterschaft nicht an unser Land vergeben hat, ist eine traurige Situation", sagte Sportminister Mehmet Kasapoglu: "In dieser geographischen Lage wäre die Organisation dieses Turniers eine Win-Win-Situation gewesen."

tru

Die Gastgeber, die Champions: Eine EM-Zeitreise