Südkoreaner Koo fehlt beim Rekordmeister

Wer spielt in München: Giefer oder Luthe?

Fabian Giefer

Nicht unumstritten: Fabian Giefer. imago

Andreas Luthe absolvierte am Dienstagnachmittag das Abschlusstraining beim FC Augsburg. Das war insofern eine Nachricht, da der Torwart zuletzt mit einer Sehnenentzündung oberhalb der Kniescheibe ausgefallen war. Gegen Bremen und in Mainz hatte deshalb der unerfahrene Benjamin Leneis (19) als Nummer 2 auf der Bank Platz genommen. Der junge Regionalliga-Keeper konnte also live zuschauen, was man als Torwart vermeiden sollte. In beiden Spielen unterliefen Stammkeeper Fabian Giefer Fehler, die dafür sorgten, dass Augsburg am Ende ohne Punkte dastand, aber dafür mit einer Torwartdiskussion.

Durchaus möglich also, dass beim FC Bayern Luthe ins Tor rückt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass er keine Schmerzen mehr im Knie hat. Sicher ist das nicht. Deshalb könnte Giefer durchaus noch mal eine Chance bekommen. Noch wartet Trainer Manuel Baum ab. Die Frage ist, ob Luthe fit wird und wenn ja, soll er dann auch für den angezählten Giefer spielen? Baum, das spürte man auch am Montag, ist hin- und hergerissen. So früh in der Saison einen Torwartwechsel vorzunehmen, das schmeckt Baum gar nicht.

Eine Spielgarantie für Giefer wollte er dennoch nicht abgeben. "Wie wir es machen wollen, da sag ich noch nichts dazu. Das werden wir dann morgen sehen.“ Klar ist nur: Wird Luthe nicht fit, dann steht Giefer im Tor. Einen Einsatz des Nachwuchskeepers Leneis schloss Baum aus. Am Nachmittag hatte der FCA-Trainer noch mit Giefer telefoniert. "Klar nimmt ihn das mit. Ihm tut es auch extrem leid mit den Fehlern für die Mannschaft. Das Fehlermanagement von Mannschaft und Verein, das hätte er so nicht erwartet. Das hat ihn beeindruckt", erzählte Baum vom Vier-Augen-Gespräch.

Koo noch nicht fit - Götze und Moravek als Alternativen

In München muss Augsburg auf Mittelfeldspieler Ja-Cheol Koo verzichten. Der Südkoreaner wurde gegen Werder Bremen wegen Knieproblemen ausgewechselt und ist noch nicht wieder fit. Die Diagnose lautete: Wasser im Knie. Gegen Freiburg könnte er aber wieder in den Kader rücken, so Baum. Mögliche Alternativen in München hat er schon im Kopf: "Wir haben mit Felix Götze und Jan Moravek zwei Optionen, zudem könnte auch Michael Gregoritsch ins Mittelfeld rücken und Sergio Córdova im Sturm auflaufen."

Doch egal, wer beim FCA aufläuft, man darf davon ausgehen, dass die Schwaben nicht allzu hoch in München gewinnen werden. Aber natürlich reisen die Augsburger nicht an, um sich wehrlos zu ergeben. "Wir haben bewiesen, dass wir Bayern weh tun können", so Baum. "Es ist unwahrscheinlich, dass wir was holen, aber ich traue uns immer was zu. Warum sollen wir nicht was mit nach Augsburg nehmen?" Es wäre eine kleine Sensation, wenn dem FCA das gelingen würde, was zuvor sieben Mannschaften in dieser Saison nicht gelungen war: dem Rekordmeister ein Bein stellen.

"Ich glaube schon, dass die Prognose, die viele vor der Saison getätigt haben, genauso eintrifft und dass die Bayern durchgehen werden", sagte der Coach. "Wenn man die Bundesliga nur am deutschen Meister bemisst, dann wird sie langweilig", ergänzte er. Grundsätzlich aber habe die Liga mehr zu bieten als nur den Kampf um den Titel, meinte er und ergänzte deshalb: "Das ganze Drumherum ist alles andere als langweilig."

Mounir Zitouni