Frantz trifft erstmals wieder seit 2015 - Lob für Petersen

Saier über Sallai: "Alles abgeräumt"

Grenzenlose Freude: Die Freiburger bejubeln das 1:0 von Roland Sallai (3.v.l.).

Grenzenlose Freude: Die Freiburger bejubeln das 1:0 von Roland Sallai (3.v.l.). imago

Auch wenn die objektiven Zahlen eigentlich gegen den Sport-Club sprechen - Wolfsburg hatte mehr Torschüsse (19:11), mehr gewonnene Zweikämpfe (62 Prozent) und viel mehr Ballbesitz (73.) -, so lagen die Gäste in der wichtigsten Statistik, den erzielten Toren, vorne. "Da hat vieles gepasst", sagte Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier nach Abpfiff bei "Sky" und meinte damit die Gesamtleistung der Freiburger in Niedersachsen.

Der 40-Jährige hob vor allem die gute Anfangsphase hervor. In dieser waren die Freiburger "wahnsinnig effizient, gut organisiert und griffig" gewesen. "Wir haben versucht, Fußball zu spielen. Das Ergebnis hat das Spiel auch ein Stückweit widergespiegelt. Unabhängig von der Höhe war der Sieg nicht ganz unverdient. Wir haben konsequenter verteidigt. Heute war es eine gute Kombination: hinten stabil, vorne wirklich torgefährlich."

Spielersteckbrief Frantz

Frantz Mike

Spielersteckbrief Petersen

Petersen Nils

Spielersteckbrief Sallai

Sallai Roland

Bundesliga - 4. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
12
2
Hertha BSC
10
3
Borussia Dortmund
8

Sallais starker Einstand

Großen Anteil am Erfolg hatte auch Neuzugang Sallai, der in seinem ersten Bundesligaspiel auf Anhieb traf, einen Elfmeter herausholte, erstmals Gelb sah und nach einem unglücklichen Zweikampf mit Camacho noch vor der Pause ausgewechselt werden musste. Absicht konnte dem Spanier in dieser Szene nicht unterstellt werden, was auch SC-Coach Christian Streich so wertete, für ihn war die Aktion "einfach unglücklich".

Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir torgefährlicher und haben mehr Varianten.

Jochen Saier

Ähnlich sah es Saier. "Er trifft ihn blöd, er konnte dann nicht weitermachen, weil das Sichtfeld gestört war. Das muss man ernst nehmen." Auch wenn der 21-Jährige die Partie also zwangsweise vorzeitig beenden musste, mit seinem Debüt dürfte er zufrieden sein. Er hat "einmal alles abgeräumt", sagte Saier und führte aus, dass sowohl dem Klub als auch dem Spieler guttut, "dass er so schnell Fuß gefasst hat. Er ist ein griffiger, guter Junge."

Petersens Premiere - Frantz' Wartezeit hat ein Ende

Traf erstmals seit April 2015 wieder in einem Ligaspiel: Mike Frantz (l.).

Traf erstmals seit April 2015 wieder in einem Ligaspiel: Mike Frantz (l.). imago

Allein Sallai war aber nicht ausreichend, um beim VfL drei Punkte einzufahren. Das war allen Beteiligten klar. "Insgesamt wurde von allen gut gearbeitet", stellte Saier fest und lobte dann explizit Nils Petersen, der "über 90 Minuten marschiert ist". Dass die Breisgauer offensiv nun breiter aufgestellt sind, ist für Saier ein klarer Vorteil: "Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir torgefährlicher und haben mehr Varianten. Wir können auch Ausfälle kompensieren."

Unter dem Strich bleibt festzustellen: Die Offensive funktionierte in Wolfsburg. Sallai erzielte sein erstes Bundesliga-Tor, Petersen sein erstes in der laufenden Saison und dann wäre da noch Mike Frantz, der erstmals seit dem 29. April 2016 (2:1 in Paderborn) in einem Ligaspiel wieder traf, sein letztes Bundesliga-Tor datiert sogar vom 4. April 2015 (1:0 gegen Köln) - zur Wahrheit gehört aber auch, dass er in der laufenden Runde bereits im Pokal beim 5:3 im Elfmeterschießen in Cottbus erfolgreich war.

"Ich habe zwischendrin auch eine andere Position gespielt, wo es schwieriger ist", lieferte der Kapitän eine Erklärung für seine Torflaute und ging dann auf seine neue Rolle ein. "Wenn man auf dem Flügel spielt, nimmt man sich auch in die Pflicht, torgefährlich zu sein. Letzte Woche habe ich eins vorbereitet, heute eins gemacht. Ich fühle mit topfit", sagte Frantz, dessen Wade dick einbandagiert war. "Ich habe einen Schlag abbekommen, hoffe aber, dass ich am Dienstag wieder auflaufen kann."

Das Heimspiel gegen Schalke (LIVE! ab 20.30 Uhr auf kicker.de) hatte bei Frantz so kurz nach Abpfiff natürlich keine hohe Priorität, ganz im Gegensatz zum so heiß ersehnten Dreier, der eingefahren wurde. "Das sind die Früchte, die man erntet, wenn man hart arbeitet. Ich freue mich in erster Linie darüber, dass wir uns endlich mal belohnt haben."

drm

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - SC Freiburg