Hertha: Quartett zurück im Training

Dardai: "Der Vorteil liegt bei uns"

Heizt den Konkurrenzkampf an: Herthas Trainer Pal Dardai.

Heizt den Konkurrenzkampf an: Herthas Trainer Pal Dardai. imago

"Es treffen sich zwei gute Mannschaften, bei denen eine positive Stimmung herrscht", sagte Dardai am Donnerstag. "Aber ich glaube, der Vorteil liegt bei uns, denn wir spielen vor unseren Fans in unserem Stadion. Das wollen wir ausnutzen." Gegen den Ex-Herthaner Raffael, mit dem Dardai einst noch zusammenspielte, empfahl der Ungar ein einfaches, aber plausibles Rezept: "Er ist im Eins-gegen-Eins sehr stark und ein guter Fußballer, aber zusammen werden wir es hinkriegen." Der Brasilianer, von Januar 2008 bis Sommer 2012 für die Berliner am Ball, steht nach auskurierten Wadenproblemen wieder auf dem Sprung ins Gladbacher Team.

Hertha würde bei einem Sieg gegen die auswärts saisonübergreifend seit sechs Spielen sieglosen Borussen (drei Remis, drei Niederlagen) das eigene Konto auf zehn Punkte schrauben - so viele wie noch nie nach vier Spieltagen. Weiter offen ist, wer den nach den Verletzungen von Jordan Torunarigha (Achillessehne) und Karim Rekik (Adduktoren) vakanten Platz im Deckungszentrum an der Seite von Niklas Stark einnimmt. "Es ist nicht einfach. Fabian Lustenberger ist der Erfahrenste, Derrick Luckassen hat hier einen guten Eindruck hinterlassen, und Florian Baak hat eine richtig gute Form", unterstrich Dardai. Auch wenn der Ungar nicht lamentiert: Der gleichzeitige Ausfall beider Linksfüßer in der Innenverteidigung trifft Hertha empfindlich. Als Favorit für den Vertreter-Job gilt einstweilen Ex-Kapitän Lustenberger, trotz dessen Fehler vorm 2:2-Ausgleich der Wolfsburger in der Nachspielzeit am vergangenen Samstag.

Dardai: "Ich kann die jungen Spieler nicht einfach rausnehmen"

Der Trainingsplatz hat sich unterdessen am Donnerstag weiter gefüllt. Alexander Esswein (Entzündung am Bein), Thomas Kraft (Knieprobleme), Maximilian Mittelstädt (Verletzung am Hand- und Sprunggelenk) und Peter Pekarik, den seit Anfang Juli eine hartnäckige Reizung des Kniegelenks zum Pausieren gezwungen hatte, stiegen wieder ins Mannschaftstraining ein. Am Dienstag war bereits Mathew Leckie (Innenbandverletzung am Knie) in den Übungsbetrieb zurückgekehrt. Die Rückkehrer seien "keine Option für Samstag", erklärte Dardai. "Ich kann die jungen Spieler nicht einfach rausnehmen, sie machen es gut. Jetzt müssen die Spieler, die verletzt waren, richtig kämpfen und einen guten Willen zeigen, damit sie erstmal in den Kader rutschen und dann irgendwann in die Startelf. Für den Konkurrenzkampf ist das gut." Für den Trainer auch. Nach Gladbach folgen binnen sechs Tagen mit Bremen (A, Dienstag) und dem FC Bayern (H, Freitag) die nächsten beiden schweren Aufgaben. Ein paar mehr Möglichkeiten zu haben, schadet da nicht.

Steffen Rohr