Hannover: "Dumm, dass ich mich da fallen lasse"

Füllkrug lobt und hadert

Goalgetter: Hannovers Niclas Füllkrug (re.) freut sich über seinen Treffer in Leipzig.

Goalgetter: Hannovers Niclas Füllkrug (re.) freut sich über seinen Treffer in Leipzig. imago

14 Treffer waren es in der vergangenen Saison, jetzt scheint Niclas Füllkrug auch in dieser Spielzeit wieder in Torlaune zu kommen. "Ich freue mich natürlich über mein Tor", so der 25-Jährige, der zu Recht die Offensivstärke der Niedersachsen bei RB hervorhob: "Wir hatten gute Angriffe, haben im Konterspiel gute Akzente gesetzt." Den Grund dafür, dass sein Team am Ende bei der 2:3-Niederlage in Sachsen mit leeren Händen dastand, sieht der Torjäger in der Defensivleistung. "Du schießt zwei Tore in Leipzig, da kann man nicht darüber reden, dass wir die Chancen nicht optimal verwertet haben", haderte Füllkrug, "das Problem lag nicht an den nicht verwerteten Chancen, sondern eher darin, dass wir Leipzig mit Ballverlusten im Zentrum in die Karten gespielt haben. Der Trainer hatte uns davor gewarnt, das war ein bisschen blöd."

Wie in den beiden vorherigen Partien im Oberhaus gegen die "Roten Bullen" ging es auch diesmal wieder eng zu, aber erneut ließ sich 96 vom schnellen Umschaltspiel des Gegners düpieren. Füllkrug: "Wir konnten die Konterstärke nicht unterbinden und hatten zu gefährliche Ballverluste, die uns hinten ziemlich weh taten."

Füllkrug: "Man weiß ja manchmal nicht, was im Kopf passiert . . .“

Doch Füllkrug übte trotz persönlich starker Leistung auch Selbstkritik. So erhielt der Hannoveraner in der 25. Minute bei einem Konter seiner eigenen Mannschaft jene Gelbe Karte, die er mit einer Schwalbe eigentlich für seinen Gegenspieler Diego Demme herausschinden wollte. "Er berührt mich leicht, aber es war dumm, dass ich mich da fallen lasse", gestand er ein. "Manchmal macht man Dinge, die man gar nicht versteht. Wenn ich voll durchlaufe, fetzt er mich wahrscheinlich komplett weg. Vielleicht war das der Grund, weshalb ich mich fallen lasse. Man weiß ja manchmal nicht, was im Kopf passiert . . .“

Sei's drum! Für die Zukunft mit 96 ist dem Angreifer nach den ansprechenden ersten drei Bundesligaspielen in Bremen (1:1), gegen Dortmund (0:0) und nun in Leipzig jedenfalls nicht bange. "Schon beeindruckend, wie wir gegen die ersten drei Gegner gespielt haben. Ich sage ehrlich, dass ich so damit nicht gerechnet habe. Wir fahren aus Leipzig nach Hause und sind unzufrieden, dass wir nichts mitgenommen haben - aus der Ferne betrachtet gibt das ein gutes Gefühl."

Michael Richter

Bilder zur Partie RB Leipzig - Hannover 96