Bundesliga

Heldt: "Schwachsinn! Blödsinn! Keine Ahnung!"

Zunehmende Kommerzialisierung im Fußball

Heldt: "Schwachsinn! Blödsinn! Keine Ahnung!"

Horst Heldt

Kann die jüngsten Entwicklungen im Fußball nicht verstehen: Horst Heldt. imago

Die Transfersummen explodieren genauso wie die Gehälter der Spieler, La Liga will ein Spiel (FC Barcelona – Girona) in den USA austragen, vergangenen Woche ist die Nations League gestartet und die UEFA möchte einen dritten europäischen Wettbewerb einführen. Übertragen wird das alles – ja wo eigentlich?

Einige Fans gehen längst auf die Barrikaden, sehen die zunehmende Kommerzialisierung mit Schrecken. Rückendeckung bekommen die Anhänger von Manager Horst Heldt. "Die Leute, die so einen Schwachsinn entscheiden, haben keine Ahnung von der Basis, sind völlig realitätsfremd und bekommen nicht mit, was die Leute bewegt", echauffierte sich Heldt am Freitag. "Europa League II? Was soll das bitteschön? Wer spielt denn da bitteschön gegeneinander und wen interessiert es? Ich verstehe es einfach nicht. Das lässt einen mit offenem Mund zurück."

Breitenreiter fürchtet Überflutung

96-Coach André Breitenreiter sah es genauso und warnte. "Wir müssen aufpassen, dass wir den Fan nicht mit Fußball überfluten", sagte Breitenreiter. Durch einen weiteren Wettbewerb werde der Stellenwert weiter abgewertet und das Interesse sinken. "Man sollte nichts Neues installieren und alles beibehalten wie es ist", so Hannovers Trainer.

Heldts Appell

Heldt hatte einen Appell an UEFA, FIFA und Co. "Man sollte vielleicht auch mal in eine andere Richtung denken", forderte Heldt und kritisierte: "Am Ende ist es Politik, die da stattfindet, um irgendwelche Stimmen zu sichern." Die Vereine müssten es am Ende ausbaden. "Irgendwelche Leute entscheiden irgendeinen Blödsinn. Ich kann mich nicht damit identifizieren, aber was soll ich denn machen? Ich will das auch nicht! Es macht uns keinen Spaß und wir wollen das nicht. Man könnte jeden Trainer in Deutschland heute auf der Pressekonferenz fragen. Wer kommt auf so eine Idee?"

Korkut: "Stoff für den Stammtisch"

Wirklich jeder Trainer? In Stuttgarts saß Tayfun Korkut auf dem Podium und er reagierte auf eine entsprechende Nachfrage mit deutlich mehr Gelassenheit. "Das ist guter Stoff für den Stammtisch, weil Geld im Spiel ist", erklärte Korkut. Es sei eben richtig viel Geld im Umlauf und so würden beispielsweise die hohen Gehälter und Transfersummen einfach dazu gehören. "Ich will mir darüber nicht so viele Gedanken machen", sagte der VfB-Coach und legt seinen Fokus auf etwas anderes: "Ich kümmere mich darum, dass wir die anderen Werte nicht verlieren. Die Lust und Leidenschaft soll nicht verloren gehen. Das ist die Essenz des Spiels. Den Fans ist es viel wichtiger, dass sie die Emotionen auf dem Platz spüren und dass sie eine Verbindung zur Mannschaft auf dem Platz haben."

Am Ende entscheidet ohnehin der Fan, was er mitmacht und was nicht, welche Abos er abschließt oder eben nicht.

tru