Däne drängt in Borussia Dortmunds Startelf

Bruun Larsens Zeit wird kommen

Jacob Bruun Larsen

"Arbeitet unheimlich für die Mannschaft": Jacob Bruun Larsen. picture alliance

Man hätte gerne zugehört, als der BVB-Trainer und sein 19-jähriger Schützling am Montag die Köpfe zusammensteckten. Bruun Larsen schaute bei der ersten Übungseinheit der Woche nur zu, er hatte mit Fieber zwei Tage im Bett gelegen, und jetzt tauschten sich Favre und das dänische Talent abseits des Übungsrasens aus. Ob es um die Partie am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ging - und um Bruun Larsens Chancen auf einen Startelf-Einsatz gegen Pokalsieger Frankfurt? Favre versichert nur: "Wir sind sehr zufrieden, dass er wieder da ist."

Wieder da nach immerhin 38,5 Grad Fieber. Wieder da nach einer Fußverletzung, die ihn womöglich schon im ersten Pflichtspiel der Saison (Pokal in Fürth) einen Platz in der Startelf kostete. Bruun Larsen hat in der Vorbereitung bei Favre ein perfektes Bewerbungsschreiben abgegeben - und nach seiner dreiwöchigen Pause den Anspruch erneuert, stärker als bisher erwartet ins Geschehen eingreifen zu können. Drittligist VfL Osnabrück erledigte Bruun Larsen mit vier Toren fast im Alleingang im überzeugenden Test vor einer Woche (6:0).

Reschke hätte Bruun Larsen liebend gern weiterverpflichtet

Sportdirektor Michael Zorc befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Kurzurlaub. Die Partie an der Bremer Brücke sah er per Livestream - und fühlte sich in der Ein- und Wertschätzung Bruun Larsens bestätigt. Ihm gefällt zum einen dessen "hohe Effektivität" und zum anderen sein Teamgeist: "Jacob arbeitet unheimlich für die Mannschaft." Zorc war es, der intern darauf drängte, Bruun Larsen aus Stuttgart (Leihe) zurückzuholen. VfB-Sportvorstand Michael Reschke hätte den Offensivspieler liebend gern weiterverpflichtet, Fachmann Reschke sah die Talente, die in Bruun Larsen schlummern.

Am besten zur Geltung kommen diese Qualitäten, wenn der Nachwuchsprofi die linke Seite als Startrampe nimmt, um von dort nach innen zu ziehen und in den Abschlussbereich zu gelangen. Festgelegt auf diese Position ist er nicht: Im Pokal gegen Union Berlin vor knapp zwei Jahren (26. Oktober 2016) attackierte er über die rechte Seite und bereitete ein Dortmunder Tor vor. "Seine endgültige Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen", meint Zorc. Soll heißen: Bruun Larsen kann auch anders, als stur den linken Flügel zu beackern.

Vier Tore - doch Bruun Larsen zeigt erst mal Selbstkritik

Nach dem Viererpack in Osnabrück bemängelte der Däne in überraschend selbstkritischer Weise, dass ihm noch "ein bisschen der Rhythmus" fehle. Wie gut Bruun Larsen sein mag, wenn er seinen Rhythmus erst einmal aufgenommen hat, war der Gedanke, der manchen Betrachter in diesem Moment lebhaft beschäftigte.

Thomas Hennecke

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