Brasilien mit 2:0-Testspielsieg in New Jersey

Yedlin macht sich über Neymar lustig - McKennie im Fokus

Neymar und DeAndre Yedlin

Déjà-vu? Neymar bleibt am Boden, DeAndre Yedlin ignoriert es erst einmal. imago

Auf dem Papier war es eine eindeutige Sache: WM-Viertelfinalist Brasilien rückte mit voller Montur in East Rutherford (New Jersey) an; mit Alisson im Tor, mit Philippe Coutinho, mit Casemiro, mit Douglas Costa, Roberto Firmino und mit Neymar. "Die wissen schon, dass das ein Freundschaftsspiel ist, oder?", merkte der "Guardian" vor Anpfiff ironisch an.

Auf der Gegenseite nämlich war Greuther Fürths Julian Green fast schon einer der erfahrensten Profis im Aufgebot. Ohne Christian Pulisic, dafür aber unter anderem mit Schalkes Weston McKennie, Wolfsburgs John Anthony Brooks und Hannovers Bobby Wood ging eine nach der verpassten WM runderneuerte US-Auswahl gegen den großen Favoriten ins Rennen.

Spielersteckbrief Neymar

da Silva Santos Junior Neymar

Spielersteckbrief Green

Green Julian

Spielersteckbrief Yedlin

Yedlin DeAndre

Spielersteckbrief McKennie

McKennie Weston

Yedlin zum Schiedsrichter: "Haben Sie die WM gesehen?"

Der wurde seiner Rolle schnell gerecht: Nach etwas mehr als zehn Minuten war der Ex-Münchner Douglas Costa auf dem rechten Flügel viel zu schnell für Wigan-Verteidiger Antonee Robinson. Die halbhohe Hereingabe nahm Liverpools Roberto Firmino wenige Meter vor dem Tor direkt ab und stellte auf 1:0.

Ein spezielles Highlight lieferte kurz darauf DeAndre Yedlin; als Neymar nach einem Zweikampf mit dem Mann von Newcastle United am Boden blieb, nahm es Yedlin ziemlich locker. Schiedsrichter Fernando Guerrero ermahnte ihn, doch der Rechtsverteidiger hatte eine Schwalbe ausgemacht und ging amüsiert zum Schiedsrichter: "Haben Sie die WM gesehen?", fragte er ihn dreimal hintereinander, lachte dabei und machte sich über den PSG-Superstar lustig. In Russland hatte Neymar mit einigen Schwalben unschöne Akzente gesetzt.

McKennie dreimal gefährlich und dreimal glücklos

Wenig überraschend spielte er die Partie weiter und sollte sogar sein Tor bekommen. Nach einem vermeintlichen Foul an Liverpool-Neuzugang Fabinho im Strafraum verwandelte der neue Kapitän der Seleçao den fälligen Elfmeter (43.). Wenige Minuten zuvor hätte McKennie die Partie beinahe ausgeglichen, doch Casemiro war in letzter Sekunde dazwischen gegrätscht (34.).

Für den Schalker war das noch nicht die letzte auffällige Szene: Einen Kopfball setzte er kurz vor dem Pausenpfiff über den Querbalken (45.+1), nach dem Seitenwechsel bugsierte der Bundesliga-Youngster eine ideale Freistoß-Flanke vom eingewechselten Kellyn Acosta volley neben das Tor (65.). Am Ende blieb es beim aus US-Sicht passablen 0:2, am Dienstag (11. September) steht gegen Mexiko der nächste Test auf dem Programm.

mkr