Viel Lob für den etatmäßigen Rechtsverteidiger

Der neue Sechser? "Kimmich hat alles, was man dafür braucht"

Überzeugte gegen Frankreich im defensiven Mittelfeld: Joshua Kimmich.

Überzeugte gegen Frankreich im defensiven Mittelfeld: Joshua Kimmich. imago

"Suche nach dem DFB-Casemiro", hatte der kicker am Donnerstag getitelt. Bei Real Madrid hat Toni Kroos im Brasilianer eine verlässliche und defensiv ausgerichtete Absicherung im zentralen Mittelfeld, die ihm insbesondere bei der WM gefehlt hatte. "Es ist toll, wenn einer hilft, wenn man selbst mal nicht da ist", hatte der 28-Jährige im Vorfeld des Treffens mit Weltmeister Frankreich bekannt - und vom Bundestrainer prompt einen Casemiro zur Seite gestellt bekommen: Joshua Kimmich. Der Sechser der Zukunft?

Im Dreier-Mittelfeld hatte der 2016 von Löw zum Rechtsverteidiger umgeschulte Blondschopf zentral hinter Kroos und Leon Goretzka agiert. Eine Rolle, die er immer als seine Wunschposition bezeichnet hat und trotz des Durchbruchs als Außenverteidiger nie aus den Augen verloren hat. Gegen Frankreich durfte er sie wieder bekleiden. Und überzeugte.

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Hummels: "Eigentlich kannst du Josh überall hinstellen"

Überrascht hat Kimmich damit keinen seiner Kollegen. "Ich habe in den U-Teams mit Josh immer schon im Mittelfeld gespielt", verriet Goretzka, "für mich war es daher wenig verwunderlich, dass er es so gut gespielt hat." Lob gab es auch von Thomas Müller: "Für einen Sechser war es dieses Mal vielleicht ein einfacheres Spiel, weil wir alle sehr eng gestanden haben, aber er hat es auch wirklich gut gemacht. Er hat die nötige Ruhe am Ball. Dass er die Fähigkeiten für diese Position hat, ist keine neue Erkenntnis." Mats Hummels schließt sich dem an: "Er ist ein ausgebildeter Sechser und hat alles, was man für diese Position braucht. Eigentlich kannst du Josh überall hinstellen und es kommt etwas dabei heraus."

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Hat Deutschland also seinen neuen Sechser gefunden? Manuel Neuer lobte den Auftritt des 23-Jährigen, sieht aber auch das Gesamtkonstrukt: Kimmich habe auch deshalb vor der Viererkette gespielt, weil diese gegen den Weltmeister mit vier gelernten Innenverteidigern bestückt war und Kimmich davor für zusätzliche Stabilität sorgen sollte. "Immer", ahnt er, "werden wir nicht so spielen. Aber Josh ist sicher eine Alternative für diese Position, das war bestimmt keine einmalige Sache." Erst recht nicht, wenn es nach Kimmich selbst geht. Der nämlich macht aus seiner Ambition, künftig zentral spielen zu wollen, kein Hehl: "Ich bin bereit. Von mir aus spiele ich dort gern öfter."

Sebastian Wolff

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