Ex-Kölner über seine Position, seinen Scorerpunkt und Kumpel Weiser

Gerhardt: "Siege gegen Leverkusen sind umso schöner"

Yannick Gerhardt und Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia.

Position gefunden: Yannick Gerhardt und Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia. imago

Ein Kölner in Leverkusen. 13 Jahre lange hat Yannick Gerhardt die Fußballstiefel für den 1. FC geschnürt, klar, dass Spiele gegen den rheinischen Rivalen von besonderer Bedeutung sind. Und Triumphe entsprechend gefeiert werden. "Es haben einige verfolgt, auch alte Bekannte", sagt Gerhardt. "Siege gegen Bayer Leverkusen sind umso schöner." Und das Zutun des Wolfsburgers war von besonderer Wichtigkeit.

Gerhardt, in seinen zwei Jahren beim VfL auf sämtlichen Positionen im Einsatz, aber bislang nie wirklich angekommen, darf nun im 4-3-3-System auf der von ihm bevorzugten Acht ran. Er beschreibt seine Qualitäten in dieser Rolle so: "Ich kann dem Gegner mit tiefen Laufwegen wehtun. Ich hatte viele Ballaktionen, war oft an defensiven und offensiven Aktionen beteiligt." Vor allem an einer spielentscheidenden: Seine knallharte Hereingabe fast von der Grundlinie lenkte Bayer-Keeper Ramazan Özcan ins eigene Tor. Der wichtige Wolfsburger Ausgleich, der Anfang der Wende. Dass der Treffer nicht ihm gehört, kann Gerhardt verschmerzen. "Dafür bekomme ich wenigstens einen Scorerpunkt."

Und der VfL am Ende drei Zähler. Gerhardt kann den Augenblick genießen. Persönlich, so die Hoffnung, will er endlich wichtig sein. Und mit dem VfL, mit dem er bislang nur ums sportliche Überleben kämpfte, will er raus aus dem Tabellenkeller. "Für uns ist es ein sehr schöner Moment, deswegen dürfen wir es genießen", sagt der 24-Jährige. "Wenn wir so weitermachen, haben wir gute Chancen. Aber wir müssen erst mal Konstanz abrufen." Siege gegen Schalke (2:1) und nun Leverkusen lassen hoffen. "Wir hatten ein schwieriges Auftaktprogramm, das haben wir bravourös gemeistert und uns ein bisschen Respekt verschafft."

Er meinte, er hat mich verwechselt. Dafür werde ich mich revanchieren.

Yannick Gerhardt über Mitchell Weisers Foul

Das versuchte in der Anfangsphase auch Bayers Mitchell Weiser. Seinen Kumpel Gerhardt holte der frühere Kölner und Neu-Leverkusener gleich in der Anfangsphase unsanft von den Beinen. Der Wolfsburger nahm es mit dem Humor eines Siegers. "Er meinte, er hat mich verwechselt. Dafür werde ich mich revanchieren." Gerhardts eigene Leistung freilich dürfte schon schmerzhaft genug gewesen sein für den unterlegenen Freund.

Thomas Hiete

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg