Linksaußen spricht offen über seinen Ärger in Rotterdam

Neu-Mainzer Boetius: "Es war ein Riesenfehler"

Jean-Paul Boetius

Der Neu-Mainzer Jean-Paul Boetius sprach offen über seine Verfehlungen im Feyenoord-Trikot. Getty Images

"Es war ein Riesenfehler. Wenn der Trainer sagt, du musst laufen, dann musst du laufen. Ob man will oder nicht, man muss seinen Job machen", betont Boetius. Seit Vorbereitungsbeginn war der Niederländer bei seinem alten Verein gleich zweimal negativ aufgefallen. Zunächst hatte er nach dem Testspiel zwischen Fenerbahce Istanbul und Feyernoord ein Training für die Ersatzspieler verweigert.

Kürzlich holte er sich eine Gelb-Rote Karte ab, weil er eine Schiedsrichterentscheidung höhnisch beklatschte. "Das war sehr dumm. Normalerweise mache ich das nicht, aber ich war sehr emotional", blickt Boetius zurück. Rotterdams Trainer Giovanni van Bronckhorst kündigte sofort an: "Es wird eine sehr schwierige Geschichte für Jean-Paul." Seinem ehemaligen Trainer macht Boetius keinen Vorwurf: "Ich habe den Fehler gemacht. Der Trainer musste entscheiden, ob er mir noch eine Chance gibt. Ich kann ihn verstehen, wenn er der gesamten Gruppe zeigen wollte, dass so etwas Konsequenzen hat."

Boetius verspricht: "Das soll nicht mehr passieren"

Wie die "schwierige Geschichte" endete, ist inzwischen bekannt. Der Linksaußen wurde für 3,5 Millionen Euro Ablöse zu Mainz 05 transferiert, wo er einen Vertrag bis 2022 unterschrieb. Boetius verspricht Besserung: "Bisher hatte ich keine Probleme, jetzt zweimal in kurzer Zeit, das soll nicht mehr passieren."

An diesem Mittwoch wird er erstmals mit seinen neuen Teamgefährten trainieren. Auf Linksaußen heißen seine Hauptkonkurrenten Gerrit Holtmann und Pablo De Blasis, dessen Wechsel aber immer noch nicht ganz vom Tisch ist. Seine Stärken beschreibt Boetius, dessen Eltern aus Surinam stammen, selbstbewusst: "Ich bin kreativ, habe Geschwindigkeit und bin stark im Eins-gegen-Eins."

Rodriguez an Fortuna Sittard ausgeliehen

Boetius ist der sechste und wohl letzte Mainzer Neuzugang in dieser Transferperiode. Sportvorstand Rouven Schröder arbeitet nun noch daran, den Kader zu verkleinern. Am Dienstag wurde die erneute Ausleihe von José Rodriguez perfekt. Der 23-Jährige, der in Mainz einen Vertrag bis 2020 besitzt, wird bis Sommer 2019 an den niederländischen Erstliga-Aufsteiger Fortuna Sittard verliehen. Nun sucht Schröder noch Abnehmer für Besar Halimi, der mit der zweiten Mannschaft trainiert, und Giulio Donati.

Michael Ebert

Die Sommer-Neuzugänge der Bundesligisten