Bundesliga

Höfler: "Wir waren definitiv zu naiv"

Nachgefragt beim Freiburger Mittelfeldstrategen

Höfler: "Wir waren definitiv zu naiv"

Nicolas Höfler

Nicolas Höfler zeigte sich nach der 0:2-Niederlage gegen Frankfurt enttäuscht. Imago

Frage: Herr Höfler, wie lautet Ihre erste Analyse nach der Niederlage gegen Frankfurt?

Höfler: Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das erste Saisonspiel verloren haben. Wir haben gut angefangen, hatten guten Ballbesitz und einige Chancen, die wir aber nicht genutzt haben. Dafür haben wir zwei Chancen zugelassen, daraus sind zwei Tore entstanden, wodurch wir das Spiel verloren haben.

Frage: Im Nachhinein wird viel über die Entstehung des 0:2 diskutiert, das durch einen langen Einwurf von Willems eingeleitet wurde. Frankfurts Torro lag zuvor angeschlagen auf dem Boden, sein Torwart Rönnow versuchte den Ball ins Seitenaus zu schießen, schaffte das aber nicht, letztlich spielte Ihr Teamkollege Pascal Stenzel den Ball ins Aus. War das unsportlich von der Eintracht, den Ball nicht erst zu einem Freiburger oder nach hinten zum eigenen Torwart zu werfen, oder hat sich der Sport-Club in dieser Situation zu naiv verhalten?

Höfler: Wir waren definitiv zu naiv. Ich denke, das war so in Ordnung, das kann man so machen, weil der Torwart in Ballbesitz war und versucht hat, den Ball rauszuspielen. Wir wussten um die Stärke von Willems' Einwürfen und haben trotzdem ein Gegentor dadurch bekommen. Das war nicht gut von uns, das können wir nur uns selbst zuschreiben.

Höfler: "Negative Entwicklung durch das 0:1"

Frage: Bis dahin hätte Ihre Mannschaft angesichts der Chancen aber schon einige Tore machen können.

Höfler: Auf jeden Fall. Wenn wir in den ersten 20 Minuten ein Tor machen, bin ich sicher, dass wir das Spiel gewinnen. So hat sich das Spiel durch das 0:1 negativ entwickelt, wir mussten einem Rückstand hinterherrennen und haben es nicht geschafft, noch auszugleichen.

Frage: Es ist ein typisches Phänomen: Wenn man die Chancen selbst nicht verwertet, kassiert man hinten ein Gegentor. Warum konnte Nicolai Müller vor dem 0:1 so frei in den Strafraum einlaufen?

Höfler: Ich muss es nochmal sehen, aber definitiv hat etwas nicht gestimmt, da muss mindestens ein Fehler von uns vorausgegangen sein, weil wir ein viel zu großes Loch zugelassen haben.

Nicolas Höfler (li.) verteidigt Frankfurts Sebastien Haller

Schwere Aufgabe: Nicolas Höfler (li.) im Zweikampf mit Frankfurts Angreifer Sebastien Haller. Imago

Frage: Ist es trotz der Niederlage positiv, dass sich Ihr Team im Vergleich zum Pokalspiel in Cottbus deutlich mehr Chancen herausgespielt hat?

Höfler: Wir hatten für unsere Verhältnisse viele Chancen und haben eigentlich wenig zugelassen. Jetzt gilt es, das Ganze rumzudrehen, die wenigen Chancen, die wir zulassen, so zu verteidigen, dass keine Tore passieren und von den vielen eigenen Chancen zumindest eine nutzen. Dann nimmt das Spiel einen anderen Verlauf, wenn wir in Führung gehen.

Höfler zum Fehlen von Streich: "Müssen damit umgehen"

Frage: War es sehr ungewohnt, dass Cheftrainer Christian Streich mit seinem emotionalen Coachingstil an der Seitenlinie gefehlt hat?

Höfler: Das fehlt natürlich ein bisschen, weil er von seiner Emotionalität her schon besonders ist. Wir sind aber alle Profis genug und müssen damit umgehen können, wenn er nicht da ist. Das haben wir auch gut gemacht, nur mit dem Ergebnis können wir natürlich nicht zufrieden sein.

Frage: Was bedeutet die Auftaktniederlage für die seit Vorbereitungsbeginn gute Stimmung beim SC?

Höfler: Im Moment sind wir niedergeschlagen, wir hatten uns viel vorgenommen und ein gutes Gefühl. Aber das ist der Fußball, solche Spiele passieren. Jetzt gilt es, das aufzuarbeiten, nächste Woche geht es weiter in Hoffenheim. Dann wollen wir dort punkten.

Aufgezeichnet von Carsten Schröter-Lorenz