Bundesliga

Rosens Breitseite gegen Schiedsrichter und Salihamidzic

"Da kann man sich nur an den Kopf langen"

Rosens Breitseite gegen Schiedsrichter und Salihamidzic

Diese Szene sorgte für Ärger: Havard Nordtveit im Zweikampf mit Franck Ribery.

Diese Szene sorgte für Ärger: Havard Nordtveit im Zweikampf mit Franck Ribery. imago

Rosen ließ erst gar keine Zweifel aufkommen, dass er diesmal unbedingt etwas loswerden wollte. Zu sehr hatten ihn gewisse Szenen auf die Palme gebracht. Als da wären: Die höchst fragwürdige Elfmeterentscheidung, als Ribery in den bereits am Boden liegenden Havard Nordtveit sprang. "Mir liegt zu harsche Kritik immer fern. Gerade an den Schiedsrichtern. Aber jetzt hatten wir gerade eine WM, wo wir wunderbar gesehen haben, da gibt es einen leitenden Schiedsrichter aus Simbabwe, einen Vierten Offiziellen aus Saudi-Arabien, und im Videoraum sitzt einer aus Uruguay. Und die hatten alle keine Testphase und machen diesen Videobeweis zu etwas Wunderbarem, nämlich etwas sehr Sinnvollem für dieses Spiel. Und dann kommen wir, die Deutschen. Da kann man sich eigentlich nur an den Kopf langen. Das steht im Gegensatz zu dem, was es sein sollte. Diese Szene muss man zumindest überprüfen. Da muss doch ein Hinweis kommen, ansonsten macht das einfach keinen Sinn. Diese eine Szene, die die Entscheidung bringt, hat dieses Spiel einfach nicht verdient."

Durchaus selbstkritisch registrierte Hoffenheims Direktor Profifußball, "die erste Halbzeit war nicht das, wofür wir hier angetreten sind, da war Bayern klar besser. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir Haltung gezeigt und haben gut gespielt, da waren wir aggressiv, haben Bälle erobert, ein Tor gemacht. Da war es wirklich ein Spiel, von dem man nicht wusste, wer kann es gewinnen? Und dann kommt so etwas."

Und gleich am ersten Spieltag begann also das Gezeter um den Videobeweis aufs Neue. "Es bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, was soll man denn machen?", fragte sich Rosen, "ich greife niemanden persönlich an, aber es ist einfach schlecht gemacht, das ist eine schlechte Leistung, wenn man das so macht. Das kann so nicht stehen bleiben."

Zu einem klärenden Gespräch mit dem Schiedsrichter sei es nicht gekommen. "Ich konnte nicht mit Herrn Dankert sprechen, da muss ich meine Haltung vielleicht auch überdenken", so Rosen und schickte noch eine Breitseite an den ungenannten, aber eindeutig gemeinten Kollegen Hasan Salihamidzic: "Ich habe großes Verständnis für alle Trainer, die unter einem enormen Druck stehen und auch für die Vierten Offiziellen, die Vieles abfangen. Aber ich muss jetzt auch mal überdenken, ob ich nicht auch runtergehe und anfange, bei jeder Situation rumzuhampeln. Das regt mich auf", echauffierte sich Rosen, "die Vierten Offiziellen noch zusätzlich unter Druck zu setzen, das hat nichts mit einer fairen Haltung zu tun. Es gab harte Szenen, die wurden dann abgepfiffen und entsprechend geahndet. Aber beim Reingehen Rot zu fordern, das kann irgendwie auch nicht die Stellenbeschreibung sein. Und deswegen bleibe ich doch lieber oben auf der Tribüne."

Michael Pfeifer