Hannover: Bähre zu Stendel-Klub Barnsley?

Euphorie bei Kind, Realismus bei Breitenreiter

Er lebt in Hannover Realismus vor: Coach André Breitenreiter.

Er lebt in Hannover Realismus vor: Coach André Breitenreiter. imago

Als Mann der Zahlen lässt sich Martin Kind nicht lumpen. Stolze elf Punkte errechnet Hannovers Klubboss für 96 aus den ersten fünf Partien, in denen es nach Bremen, Leipzig und Nürnberg geht, zwischendrin daheim gegen Dortmund und, am 5. Spieltag, gegen Hoffenheim. "Ich finde es richtig super, dass wir in der Vorbereitung so überzeugt und dem Präsidenten eine Euphoriewelle verschafft haben", kommentiert Trainer André Breitenreiter, "das ist absolut positiv. Dennoch sind wir dafür da, die Situation realistisch einzuschätzen. Wir wissen schon, auf wen wir in den ersten Wochen treffen."

Die "Muskelspiele" macht auch Horst Heldt zunächst mit. "Im Grunde nehme ich mir vor, diese Saison deutscher Meister zu werden und den Pokal zu gewinnen. Das ist schon mein Ziel", formuliert der Manager zunächst bierernst. "Realistisch gesehen wären wir aber alle sehr zufrieden und mehr als glücklich, wenn wir eine ähnliche Saison spielen wie wir sie im letzten Jahr gespielt haben."

Wenn die Transferperiode vorbei ist, macht es Sinn, abschließend die Zielsetzung auszugeben.

96-Coach André Breitenreiter

Ohne je wirklich Abstiegsnöte gehabt zu haben, lief Hannover da auf einem sicheren 13. Platz ein. Ob diesmal mehr drin ist, darauf will sich Breitenreiter jetzt noch nicht festlegen, da er noch auf Verstärkungen - in der Innenverteidigung und auf den offensiven Außen - hofft. "Wenn die Transferperiode vorbei ist, macht es Sinn, abschließend die Zielsetzung auszugeben. Wenn wir wissen, welcher Kader uns zur Verfügung steht." Natürlich habe er als Trainer nichts dagegen, weiter zu überraschen, aber: "Wir haben auch, etwa als es um meine Vertragsverlängerung ging, Perspektiven ausgelotet und der Präsident hat mir gegenüber ganz klar kommuniziert: Wir sind in der Tabelle der Möglichkeiten und des Geldes auf Platz 16. Nur die beiden Aufsteiger sind hinter uns."

Man wolle entsprechend eigene Spieler besser machen oder zu alter Qualität zurückführen, glaubt er auch an seine Chancen und eine sorgenfreie Saison. Allerdings, so Breitenreiter, seien die eigenen Möglichkeiten der Niedersachsen zu vielen anderen Vereinen nicht vergleichbar.

Top-Kandidat Klose noch zu teuer

Vermutlich in der kommenden Woche wird 96 den gesuchten Innenverteidiger präsentieren, Top-Kandidat bleibt der momentan noch zu teure Timm Klose, für den Norwich City aktuell bis zu 3,3 Millionen Euro verlangt. Selbst nach dem Ende der Transferperiode am 31. August könne man noch auf den einen oder anderen arbeitslosen Spieler schauen, gibt Manager Heldt zu bedenken. Grundsätzlich bleibe jedoch für Hannover der enge Spielraum bestehen: "Wir alle haben Wunschvorstellungen, aber nicht die finanziellen Ressourcen. Sie sind beschränkt. Wir haben auch kein Festgeldkonto." Die Erlöse für abgegebene Spieler seien quasi aufgebraucht. "Wir haben das Geld nahezu ausgegeben, das wir eingenommen haben. Andere Vereine um uns herum haben mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben. Wir tun das nicht."

Wechselt Bähre zu Stendel?

Zum Personal: Der Japaner Genki Haraguchi hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert und steht in Bremen zur Verfügung. Der zum Auftakt gesperrte Bobby Wood trainierte in dieser Woche individuell. Mike-Steven Bähre zieht es derweil unter Umständen zum von dem Ex-Hannoveraner Daniel Stendel trainierten englischen Drittligisten FC Barnsley. "Es gibt Interesse und wir führen Gespräche", bestätigte Heldt Meldungen über ein anstehendes Leihgeschäft, das in England für Vereine der 2. und 3. Liga noch möglich wäre. Allerdings habe sich der Spieler selbst noch nicht abschließend positioniert.

Michael Richter

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