Borussia ohne großes Ziel? Eberl poltert

Mittelmäßiger Sud in Gladbach? "Kompletter Blödsinn"

Max Eberl

Mittelmäßigen Sud? BMG-Sportdirektor Max Eberl hat sehr wohl große Ziele mit der Mannschaft um Coach Dieter Hecking. imago

Gleich dreimal verlor die Elf vom Niederrhein in der vergangenen Saison gegen die Werkself - zweimal in der Liga, einmal im DFB-Pokal. Nun steht zum Saisonauftakt für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking erneut eine Partie gegen Leverkusen an.

Der Respekt dürfte bei der Borussia nicht nachgelassen haben. "Bayer gehört für mich zu den besten Mannschaften der Liga", schwärmt Hecking. Sein Mittelfeldspieler Christoph Kramer, einst in Leverkusen ausgebildet, sagt: "Ich rede sie nicht stark, weil ich sie starkreden will, sondern weil sie einfach eine gute Mannschaft haben."

Spielersteckbrief Kramer

Kramer Christoph

Trainersteckbrief Hecking

Hecking Dieter

Bor. Mönchengladbach - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.08.1900

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Grün

Beim ersten Pflichtspiel der Saison tat sich Leverkusen aber noch schwer (1:0 in Pforzheim), die Borussia dagegen brillierte beim 11:1 gegen Hastedt - allerdings ohne Kramer. "Die Mannschaft hat in Hastedt alle meine Forderungen umgesetzt", lobt Hecking, schränkt aber ein: "Es kann sein, dass es am Samstag für uns zäher wird."

Alles andere als zäh lief es im Pokal für Thorgan Hazard. Der Belgier fand nach Weltmeisterschaft und Urlaub schnell ins Team und traf gegen den fünftklassigen Bremenligist dreifach. "Es ist immer gut, wenn ein Stürmer drei Tore schießt", stellt Hecking treffenderweise fest. Hazard, der erst vor knapp drei Wochen das Training nach Weltmeisterschaft und Urlaub wieder aufnahm, wird jedenfalls im Kader sein. Zu den Transfergerüchten um ihn fand Eberl übrigens klare Worte: "Ich habe nicht einen Prozent Zweifel, dass er geht." Andere Abgänge sind dagegen ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

"Wir versuchen nur, uns realistisch einzuschätzen"

Christoph Kramer

Christoph Kramers Marschroute: "Einfach anfangen und spielen." imago

Vor dem Duell mit den hochgelobten Leverkusenern will Eberl aber auch nicht zu tief stapeln. "Es kommt so rüber, dass wir, die nicht so offensiv mit Äußerungen umgehen, keine Ambitionen haben und in unserem mittelmäßigen Sud schmoren", poltert der Sportdirektor. Für ihn ist das alles "kompletter Blödsinn. Wir versuchen nur, uns realistisch einzuschätzen". Natürlich würde auch er, Eberl, am liebsten deutscher Meister werden.

Vermutlich ist es da ganz gut, dass es am Samstag wieder losgeht - die realistischsten Einschätzungen liegen immer noch auf dem Platz. Kramer bringt es auf den Punkt: "Die letzte Saison ist abgehakt. Einfach anfangen und spielen."

Jim Decker

Klub für Klub: Die Gewinner der Bundesliga-Vorbereitung