2. Bundesliga

Fischer: "Es ist wichtig, dass Felix gespielt hat"

Union: Wird Kroos wieder zur festen Größe?

Fischer: "Es ist wichtig, dass Felix gespielt hat"

Felix Kroos musste nach einem Zusammenprall mit Jenas Marius Grösch nach 36 Minuten vom Feld.

Felix Kroos musste nach einem Zusammenprall mit Jenas Marius Grösch nach 36 Minuten vom Feld. imago

"Ich habe ein Urteil von drei Spielen", sagte Fischer am frühen Montagnachmittag im Rahmen einer Medienrunde im Stadion an der Alten Försterei. Gleichwohl hat der neue Coach zufrieden registriert, dass Union in Jena auf zwei Gegentore und eine zweimal verlorene Führung eine Antwort parat hatte und am Ende einen verdienten Erfolg gelandet hat. "Ich bin auch erfreut, dass man von außen sieht, dass die Mannschaft die Ruhe behält, wo auch Hektik ins Spiel kommen könnte", sagte Fischer. Das zeige dann auch nach drei Spielen schon: "Es geht in die richtige Richtung."

Einer, der die Köpenicker im Pokalduell beim Drittligisten neben den beiden anderen Torschützen Sebastian Andersson und Simon Hedlund in die Spur brachte, war Felix Kroos. Und zwar mit seinem Kopfballtor zum 2:1, das für den 27-Jährigen allerdings schmerzhafte Folgen hatte und das vorzeitige Aus bedeutete, weil beim Luftduell mit Jenas Innenverteidiger Marius Grösch zusammengeprallt war. Am Montag konnte Kroos leicht individuell arbeiten, "spürte aber noch den Schlag", so Fischer, "ich denke, die nächste zwei Tage ist wichtig, dass er nichts mehr spürt". Nach dem Montag soll Kroos auch am Dienstag noch möglichst wenig machen, um am Mittwoch dann eventuell individuell auf dem Platz arbeiten zu können. "Und dann mal schauen", sagt der Union-Trainer.

Spielersteckbrief Kroos

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Fischer Urs

Kroos hatte Ernst-Abbe-Sportfeld in der guten halben Stunde, in der er auf dem Platz stand, Werbung in eigener Sache machen können. Der Mittelfeldakteur, in der vergangenen Saison noch Stammkraft (29 Liga-Einsätze, 28 in der Startelf) und Kapitän, muss in diesem Jahr mit einer neuen Situation fertig werden. Das Kapitänsamt ging an Christopher Trimmel über, und aufgrund einer durch muskuläre Probleme gestörten Vorbereitung saß Kroos in den ersten beiden Ligaspielen nur auf der Bank und kam auf insgesamt zehn Einsatzminuten. "Es ist wichtig, dass Felix gespielt hat und ein Tor erzielen konnte", sagte Fischer nach der Partie in Jena. Zugleich lobte der Union-Coach Kroos dafür, dass er – weil nach dem Zusammenprall beeinträchtigt – seinen Platz geräumt hatte. "Das war eine korrekte Entscheidung von ihm – und professionell."

Wird Kroos wieder zur festen Größe

Ob der Ex-Kapitän, der mit seiner aktuellen Lage nicht zufrieden sein dürfte, kurzfristig wieder zur festen Größe wird, ließ Fischer indes offen. "Ich glaube, man sollte es nicht an einem Spieler aufhängen. Jeder ist wichtig für das Ganze", antwortete der Coach auf die Frage, wie wichtig ein topfitter Kroos für das Team sei. Unions Nummer 23 habe Qualitäten wie "den letzten Pass und den Torschuss". Es gebe indes auch Dinge, "bei denen er sich steigern muss", so Fischer – ohne konkret zu werden. Grundsätzlich habe Kroos aber "sehr viele Dinge, die unserem Spiel guttun".

"Es war die Zeit, ihm eine Möglichkeit zu geben"

In Jena stand aber auch ein zweiter Akteur im Fokus, der bei Union bis dato eher unter ferner liefen war: Christopher Lenz. Der 23 Jahre alte Linksverteidiger bestritt sein zweites Pflichtspiel für die Eisernen, seit er 2016 von Borussia Mönchengladbach II nach Köpenick gewechselt war. Im Sommer war der Linksfuß von einer eineinhalbjährigen Leihe zu Holstein Kiel an die Alte Försterei zurückgekehrt - eigentlich als Vertreter für Neuzugang Ken Reichel. Der saß nach Oberschenkelproblemen in Jena aber nur auf der Bank, während Lenz ran durfte. Der habe sich die Chance verdient, so Fischer, "es war die Zeit, ihm eine Möglichkeit zu geben". Dass über die linke Union-Seite vor allem in der ersten Halbzeit etliche Jenaer Angriffe liefen, sei "am Schluss eine Kettenreaktion gewesen", so Fischer, der Lenz auch bei den über rechts eingeleiteten Gegentoren nicht die Schuld gab. "Bei beiden Gegentoren hatten wir genügend Möglichkeiten, die Angriffe zu unterbinden." Lenz darf sich also Hoffnungen machen, demnächst öfter zum Zug zu kommen.

Derweil stehen die beiden Rekonvaleszenten Fabian Schönheim (nach Knie-OP) und Sebastian Polter (nach Achillessehnenriss) wieder im Training. Verteidiger Schönheim konnte am Montag schon das gesamte Programm mitmachen, wurde allerdings noch aus Zweikämpfen herausgehalten. Und Polter absolvierte auch Teile des Teamtrainings.

Andreas Hunzinger