Jürgen Klopp im Interview

"100 Millionen von damals sind gefühlt heute 500 Millionen"

Jürgen Klopp

Liverpool-Coach Jürgen Klopp musste seine Meinung zu den explodierenden Ablösesummen ändern. Getty Images

"Ich hatte damals eine Meinung zu diesen Summen, aber seitdem ist wahnsinnig viel passiert. 2017 ging Neymar nach Paris, Philippe Coutinho und Ousmane Dembelé wechselten für sehr viel Geld nach Barcelona und Kylian Mbappé für sehr viel Geld nach Paris", sagt Jürgen Klopp bei einem Tee in seinem Büro im Liverpooler Trainingszentrum im Gespräch mit dem kicker. "Das hat das Ding geöffnet, das Geld ist auf dem Markt. Wenn der FC Liverpool irgendwo hingeht und einen Spieler haben will, will der andere Verein natürlich etwas vom Kuchen abhaben. Das ist die Geschichte."

Ich mag das immer noch nicht, aber meine Verpflichtung Nummer eins ist, den Verein maximal erfolgreich zu machen.

Jürgen Klopp
Trainersteckbrief Klopp

Klopp Jürgen

FC Liverpool - Vereinsdaten

Gründungsdatum

15.03.1892

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Zudem hebt Klopp hervor: "Man muss sehen, dass Spieler wie Mohamed Salah, Sadio Mané oder Roberto Firmino, die wir für 30, 40 Millionen geholt haben, heute einen völlig anderen Marktwert haben. Das ist Teil des Geschäfts." Und dieses Geschäft hat sich - bezogen auf die nackten Zahlen - schnell geändert. "Gefühlt sind 100 Millionen von damals heute 500 Millionen. Ich habe mich auch geschüttelt, als Neymar für 222 Millionen zu PSG gewechselt ist."

Jürgen Klopp und kicker-Redakteur Andreas Hunzinger

Jürgen Klopp und kicker-Redakteur Andreas Hunzinger

Manchmal müssen, so Klopp, zum Beispiel Vereine absteigen, damit ein Spieler vergleichsweise günstig zu haben ist – so wie im Fall von Xherdan Shaqiri, der von Stoke City zum FC Liverpool wechselte. "Den hätten sich übrigens ein paar Vereine in Deutschland auch leisten können", sagt der Trainer der Reds.

Die hohen Summen befürwortet der 51-Jährige weiterhin nicht: "Ich mag das immer noch nicht, aber meine Verpflichtung Nummer eins ist, den Verein maximal erfolgreich zu machen. Und unsere Mannschaft zu verstärken ist mittlerweile nicht mehr so leicht. Es kommt ganz selten vor, dass du einen siehst und sagst: Wow, der kostet fast nichts und hilft uns - den nehme ich!"

Im großen Interview, das in der kicker-Montagsausgabe erscheint, sagt Jürgen Klopp zudem, warum er beim FC Liverpool nie 222 Millionen für einen Spieler ausgeben könnte. Er geht auch ausführlich auf die Situation von Loris Karius ein sowie auf Naby Keita, den schwierigen Titelkampf in England und die Situation bei den Nationalteams in England und Deutschland.

hunz, dr