Union Berlin will in der Offensive personell nachlegen

Ruhnert: "Es ist zu früh, eine Tendenz abzuleiten"

Union Berlin

Vier Punkte aus zwei Spielen: Zufriedenheit beim 1. FC Union Berlin. imago

Am frühen Dienstagnachmittag traf der Tross des 1. FC Union Berlin wieder in Köpenick ein. Im Gepäck einen Zähler aus dem Auswärtsspiel am Montagabend beim 1. FC Köln - einem der großen Aufstiegsfavoriten in dieser Saison. Das 1:1 in Köln-Müngersdorf wird von den Verantwortlichen der Eisernen noch nicht als ein Hinweis auf eine eventuell sehr erfolgreiche Saison bewertet, weil es "zu früh ist zu sagen, wie sich die Liga entwickelt", so Oliver Ruhnert im Rahmen einer Medienrunde am Dienstagnachmittag. Aber, so der Geschäftsführer Profifußball, "ich glaube schon, dass man mit einem Punkt in Köln sehr zufrieden ist".

Zumal sich die Blessuren, die einige Union-Akteure als Relikt einer umkämpften Partie mitbrachten, als nicht schwerwiegend herausgestellt haben. Torwart Rafal Gikiewicz (Tritt auf den Unterarm) wird höchstwahrscheinlich ebenso im Pokal bei Carl Zeiss Jena am kommenden Sonntag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) zur Verfügung stehen wie Linksverteidiger Ken Reichel (Verhärtung im Oberschenkel) und Sechser Manuel Schmiedebach (Wadenprellung).

Spielersteckbrief Reichel

Reichel Ken

Spielersteckbrief Schmiedebach

Schmiedebach Manuel

Spielersteckbrief Zoller

Zoller Simon

Spielersteckbrief Gikiewicz

Gikiewicz Rafal

Union als Verfolger des Top-Duos?

Auch, wenn es noch sehr früh in der Saison ist: Mit dem Start sind die führenden Köpfe in Köpenick einverstanden. "Mit vier Punkten sind wir Stand heute zufrieden", sagt Ruhnert, der aber trotz des Remis der Mannschaft von Urs Fischer den 1. FC Köln ebenso wie den Hamburger SV als die Klubs ansieht, die aufgrund ihrer finanziellen und damit personellen Möglichkeiten am Ende wohl das Rennen um den Aufstieg machen werden. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch", sagt der 45-Jährige.

Inwieweit Union zu den Verfolgern des vermeintlichen Top-Duos gehört, dazu wird an der Alten Försterei keine Aussage getätigt. Es sei nach den ersten beiden Partien wie gesagt "zu früh, eine Tendenz abzuleiten" (Ruhnert). Es gibt aber durchaus hoffnungsvolle Fingerzeige. So etwa, dass Union defensiv in den ersten zwei Begegnungen solide stand. "Es tut der Mannschaft zunächst gut, eine gewisse Stabilität zu finden", stellt der Geschäftsführer Profifußball klar, "defensiv haben wir gut gearbeitet".

Stürmer gesucht - Zoller passt ins Profil

In der Offensive war noch nicht alles Gold, was glänzte, auch wenn Neuzugang Sebastian Andersson mit seinem Ausgleichstor bewies, dass er neben großem Fleiß auch den Instinkt für die Kernaufgabe eines Angreifers besitzt. Dennoch will Union in der Offensive nachlegen. "Es ist sicher so, dass wir bemüht sind, den Kader im Bereich Offensive und Sturm zu ergänzen", sagt Ruhnert. Gesucht wird ein Stürmer, der Andersson und den nach einem Achillessehnen-Riss im März im Aufbautraining befindlichen Sebastian Polter einerseits ersetzen, aber auch an der Seite der beiden Mittelstürmer agieren kann. Simon Zoller vom jüngsten Gegner Köln passt in dieses Profil. Das von der Bild-Zeitung berichtete Interesse der Eisernen an dem 27-Jährigen bestätigt Ruhnert explizit nicht - dementiert es aber auch nicht.

Andreas Hunzinger