Joker zirkelt Münster auf die Siegerstraße

Kobylanski: Cristiano Ronaldo? Wohl eher Felix Kroos!

Martin Kobylanski

Mit Präzision ins Glück: Münsters Martin Kobylanski. imago

Gab es im Duell zwischen dem FCK und dem SCP Situationen, die das Spielgeschehen prägten, dann waren es Standards. Allerdings, und das muss man klar sagen, muss hier zwischen einer Phase vor und einer Phase nach der Einwechslung von Münsters Kobylanski unterschieden werden.

Strittige Situationen im Strafraum

In den 67 Minuten vor Kobylanskis Einwechslung haderten die Preußen, die seit der 51. Minute mit 0:1 in Rückstand lagen, ein wenig mit Schiedsrichter Robert Kempter, verwehrte dieser dem SCP doch zwei mögliche Handelfmeter. In der 38. Minute war es Janek Sternberg, in der 67. Florian Dick, die einen Münsteraner Angriff im Strafraum mit der Hand unterbanden.

Antwerpen beweist ein glückliches Händchen

Unmittelbar nach dieser zweiten strittigen Situation brachte Trainer Marco Antwerpen eben jenen Kobylanski in die Partie - der Spieler, der durch seine Freistoßkünste in den verbleibenden 26 Minuten zum Man of the Match avancieren sollte: "Mir fehlen ein bisschen die Worte", so der Rechtsfuß am Mikrofon von "Telekomsport". "Den ersten Freistoß habe ich schon gut getroffen, den zweiten noch besser."

Doch was war passiert? Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung zwang er FCK-Keeper Jan-Ole Sievers mit einem stark getretenen Standard aus 18 Metern halbrechter Position zu einer überragenden Parade. Der Keeper kratzte den Ball aus dem Winkel, hatte gegen den Nachschuss von Fabian Menig jedoch keine Abwehrchance - 1:1.

Ich habe nicht ganz genau gesehen, wo der reingefallen ist, da ich mich schon weggedreht habe, weil ich gesehen habe, dass er drin ist.

Martin Kobylanski

Das große Finale sollte allerdings in der zweiten Minute der Nachspielzeit folgen: Aus ähnlicher Torentfernung, diesmal aber aus halblinker Position, ließ Kobylanski Sievers vergeblich fliegen. Der Ball schlug im linken Kreuzeck ein - 2:1 für Münster, Spiel gedreht, Auswärtssieg. Vom eigentlichen Einschlag hatte der Torschütze da schon nichts mehr mitbekommen, "da ich mich schon weggedreht habe, weil ich gesehen habe, dass er drin ist".

Weniger CR7 und mehr Felix Kroos

Auf die Frage, wie viel sich Kobylanski bei diesem Treffer von Superstar Cristiano Ronaldo abgeschaut habe, fand der 24-Jährige klare Worte: "Nicht viel. Er hat ein bisschen eine andere Schusstechnik." Allerdings, und das gab der Mann des Abends ohne Umschweife zu, habe er sich den Freistoß von Felix Kroos des Öfteren zu Gemüte geführt: "Er hat den zwar noch einen Tick besser gemacht, aber drin ist drin."

kög