Bremens Nachwuchskeeper winkt Kaderplatz in Worms

Oberschenkelverletzung bei Kapino, Plogmann im Fokus

Stefanos Kapino

Fehlt dem SV Werder Bremen in den ersten Pflichtspielen: Torwart Stefanos Kapino. imago

Aus dem Bremer Trainingslager in Grassau berichtet Thiemo Müller

"Der SV Werder muss in den nächsten Wochen auf Torhüter Stefano Kapino verzichten. Der 24-Jährige zog sich am Sonntag im Mannschaftstraining eine Muskel-Sehnen-Verletzung im rechten Oberschenkel zu. Das ergaben Untersuchungen am Montag", heißt es auf der Website der Werderaner. Damit ist auch klar: Das DFB-Pokalspiel des SVW am 18. August (15.30 Uhr) gegen Regionalligist Wormatia Worms wird ohne den Griechen stattfinden - genauso wie die ersten Bundesliga-Spiele.

Spielersteckbrief Kapino

Kapino Stefanos

Spielersteckbrief Pavlenka

Pavlenka Jiri

Spielersteckbrief Plogmann

Plogmann Luca

Trainersteckbrief Kohfeldt

Kohfeldt Florian

Ersatzmann Plogmann gerät damit aller Voraussicht nacht viel früher in den Fokus als es den Bremer Verantwortlichen lieb wäre. Pflichtspieleinsätze bei den Profis waren für die Nummer 1 des Regionalliga-Teams definitiv noch nicht vorgesehen. Ob im Zweifelsfall eher der 18-jährige Plogmann oder die offizielle Nummer vier, Jaroslav Drobny (38), gespielt hätte, wäre von außen betrachtet eine spannende Frage gewesen. Allerdings: Auch Drobny fällt wegen eines erneuten Muskelfaserrisses in der Wade noch zwei bis drei Wochen aus. Also bleibt der sportlichen Leitung gar nichts anderes übrig, als Plogmann nach einer bislang durchwachsenen Vorbereitung den Rücken zu stärken.

"Ich hätte keinerlei Bedenken, wenn Luca auf der Bank sitzen würde", erklärte Torwarttrainer Christian Vander am Montag. Und: "Er bleibt vor Drobo (Jaroslav Drobny, die Redaktion), das hat er sich verdient."

Vander lobt und kritisiert

Zeigte zuletzt aufsteigende Tendenz: Werder-Schlussmann Luca Plogmann.

Zeigte zuletzt aufsteigende Tendenz: Werder-Schlussmann Luca Plogmann. imago

Plogmanns Entwicklung bezeichnet Vander grundsätzlich als "absolut positiv", verfällt dabei aber keineswegs ins Schönreden: "Ich denke, es ist der beste Weg, ehrlich miteinander umzugehen. Wir haben Luca klar gesagt, was nicht so gut war: in den Spielen und auch im Training. Er hat in den ersten Wochen schon ein bisschen was an Kritik zu hören bekommen, auch medial. Aber so ist das Geschäft, damit muss er klarkommen."

Rückschläge und Dämpfer, wie sie zu einer gesunden Entwicklung dazugehören, die aber Plogmann ganz besonders guttun könnten. Das jedenfalls klingt bei Vander zwischen den Zeilen durch: "Er hat ein gesundes Selbstvertrauen, das will ihm keiner nehmen. Für einen Torwart ist das existenziell. Aber ein bisschen Selbstkritik muss man auch einfließen lassen." Was Plogmann offensichtlich durchaus gelungen ist: "Gegen Bielefeld hat er ein richtig, richtig gutes Spiel gemacht", stellt Vander nachvollziehbar fest. "Das zeigt mir, dass er die Dinge annimmt." Und auch im Training bewies das Talent jüngst aufsteigende Tendenz, nachdem ihm während des ersten Trainingslagers in Zell am Ziller doch regelmäßig haltbare Bälle ins Netz geflogen waren.

Trotz Hitze: Pavlenka zieht sein Programm durch

Freilich: Solange die unumstrittene Nummer 1 Jiri Pavlenka fit bleibt, drohen Werder ohnehin keine Sorgen im Kasten. Der Tscheche brennt nach seiner herausragenden Premierensaison weiterhin vor Ehrgeiz und besteht darauf, auch am Montagnachmittag und am Dienstag trotz tropischer Temperaturen sein volles Programm durchzuziehen - obwohl Chefcoach Florian Kohfeldt anderthalb Tage frei angesetzt hat. "Pavlas ist in jeder Einheit total fokussiert, ein Geschenk für jeden Trainer", schwärmt Vander.

Verbesserungspotenzial sieht er bei seinem Schützling noch in "Spieleröffnung und –fortsetzung sowie bei Wucht und Durchschlagskraft im Fünfmeterraum. Ansonsten geht es für Pavlas darum, sein Top-Niveau zu bestätigen, auch das wird kein Selbstläufer." Die gestiegene Erwartungshaltung von außen sei dabei gewiss kein Problem. Aber, so merkt Vander an: "Ich hoffe, dass Pavlas nicht verkrampft und sich selbst zu sehr unter Druck setzt."

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