Bundesliga

15 bis 18 Tore? - Borussia Dortmunds Angreifer nimmt das Zuspiel von Manager Michael Zorc auf - Maximilian Philipp: "Das kann ich schaffen"

Dortmunds Angreifer nimmt Zorcs Zuspiel auf

15 bis 18 Tore? - Philipp: "Das kann ich schaffen"

Maximilian Philipp

Argumentativ stark, angenehm selbstkritisch, maßvoll selbstbewusst: Dortmunds Angreifer Maximilian Philipp. picture alliance

Aus Dortmunds Trainingslager in Bad Ragaz berichtet Thomas Hennecke

Philipps erster größerer Medienauftritt vor einem Jahr in der Schweiz: Man glaubte dem aus Freiburg gekommenen Offensivspieler aufs Wort, dass er schüchtern sei. Sein Gespräch mit den mitgereisten Journalisten – unsicher und einsilbig. Der BVB-Zugang fühlte sich nicht wohl in seiner Haut.

Philipps Medienauftritt ziemlich genau ein Jahr später an gleicher Stätte: argumentativ stark, angenehm selbstkritisch, maßvoll selbstbewusst. Michael Zorcs Prognose, Philipp könne in der Angriffsmitte viel mehr als eine Verlegenheitslösung sein, falls sich auf dem Transfermarkt kein geeigneter (und bezahlbarer) Kandidat mehr finden lasse, nimmt der 24-Jährige gekonnt wie ein Zuspiel Mario Götzes auf.

Zorc hält auf Nachfrage des kicker 15 bis 18 Liga-Tore Philipps für möglich. Das ehrt den flexibel einsetzbaren Profi, er sagt: "Ich muss ihm da rechtgeben. Ich glaube, ich kann das schaffen." Neun Treffer und drei Assists wurden in seinem Dortmunder Debüt-Jahr für Philipp notiert – in nur 20 Liga-Einsätzen. Daraus speist er seine Zuversicht, sich im zweiten Jahr bei der Borussia weiter steigern zu können. "Man hat gesehen, dass ich nicht so ungefährlich vor dem Tor bin."

Noch ist er nicht der eiskalte Killer, der er selbst gerne wäre. "Ich weiß, dass ich Tore schießen kann", sagt er, "ich weiß aber auch, dass ich Verbesserungspotenzial habe." Er habe "viele Dinger liegen lassen" in der vergangenen Saison, gesteht Philipp, er müsse im Abschluss kaltschnäuziger werden. "Dann", folgert er, "könnte meine Torquote noch besser werden". Aber darauf lege er gar nicht sein Hauptaugenmerk, versichert er an diesem Samstag in Bad Ragaz: Philipp möchte in Zukunft mehr teilhaben am Dortmunder Spiel, "daran arbeite ich gerade."

Forderung nach einer "klaren Neun" hält Philipp für: "Quatsch"

Die auch durch Deutschlands grandioses Scheitern in Russland neu diskutierte Thematik, ob man eine "klare Neun" benötige, um erfolgreich Fußball zu spielen, hält Philipp kurz und knapp für: "Quatsch". Auf unterschiedliche Gegner müsse man variabel reagieren können. "Alles von einem klaren Neuner abhängig zu machen, finde ich Unsinn", betont er.