3. Liga

3. Liga, 1860 München gegen Sportfreunde Lotte 5:1 - Sechzig wie im Rausch: Grimaldi und Mölders "eine Wucht"

Lex hat Gänsehaut, Maucksch genügend Videomaterial

Sechzig wie im Rausch: Grimaldi und Mölders "eine Wucht"

1860 München

Gelungener Heimauftakt: 1860 durfte sich von den heimischen Fans feiern lassen. imago

Am deutlichen Erfolg der Löwen gab es nichts zu deuteln. Der Drittliga-Neuling legte von Beginn an den Vorwärtsgang ein und belohnte sich im Vergleich zur ebenfalls forschen Anfangsphase beim 0:1 in Kaiserslautern diesmal auch. "Wir haben die richtigen Lehren aus dem Spiel gegen Kaiserslautern gezogen und heute vieles besser gemacht", erkannte auch Trainer Daniel Bierofka, wie gewohnt engagierter Dirigent an der Seitenlinie.

Ein probates Mittel zum Erfolg waren die Standardsituationen, "schon letzte Saison ein Faustpfand", so der Löwen-Coach auf der Klub-Website. Neuzugang Simon Lorenz setzte eine Freistoßflanke von Philipp Steinhart sehenswert per Flugkopfball unter die Latte (13.). "Der frühe Treffer hat uns bei der Hitze gutgetan", analysierte mit Quirin Moll ein weiterer Neuer bei den Blauen, sichtlich beeindruckt von der "saugeilen Stimmung" im Grünwalder Stadion.

Bierofka lobte nicht nur die ruhenden Bälle, sondern auch sein namhaftes Duo in vorderster Linie. "Beide Stürmer haben sich gut unterstützt, waren zusammen eine Wucht", so der Trainer über Adriano Grimaldi (ein Tor, zwei Assists) und Sascha Mölders, dessen Treffer zum vorentscheidenden 3:0 (50.) vom Nebenmann mustergültig vorbereitet worden war.

Der Rest war Schaulaufen an diesem Nachmittag. Die Zuschauer feierten ihre Mannschaft. "Unglaublich, was hier los ist, was für eine Energie das Stadion hat", äußerte mit dem Ex-Schweinfurter Herbert Paul ein weiterer Zugang nach Schlusspfiff: "Ich bin schon im Spiel zu Sascha gegangen, habe zu ihm gesagt: 'Das ist geil, hier zu spielen!'"

Maucksch: "Genug Videomaterial" für die Nachbereitung

Lottes Trainer Matthias Maucksch war unterdessen bedient. "Es war ein verdienter Sieg für Sechzig. Wir sind zurück auf dem Boden der Realität", sagte der Ex-Profi, der mit dem Zweikampfverhalten seiner Spieler überhaupt nicht zufrieden war - dieses habe eigentlich "nur bis zum ersten Gegentor durch einen Standard" stattgefunden. "Vorteil" für die Lotter: Es gebe ausreichend Videomaterial, das nun bis zum Mittwoch-Heimspiel gegen Großaspach gesichtet werden könne. Und dann "müssen wir ein anderes Gesicht zeigen".

Für Sechzig geht es an die Bremer Brücke nach Osnabrück. Quirin Molls Forderung für das dritte Saisonspiel: "Kompakt wie gegen Lotte stehen und gezielt nach vorne spielen." Vielleicht auch wieder auf Stefan Lex, der nach Wanderjahren in Ingolstadt und Fürth nun zu seinem Lieblingsklub gewechselt ist und "auch in der Regionalliga unterschrieben" hätte. Sein Jokertor in der 89. Minute, ein strammer Rechtsschuss flach ins Eck, sorgte beim 28-Jährigen für Gänsehaut: "Für den Verein, für den immer mein Herz geschlagen hat, im ersten Heimspiel ein Tor zu erzielen, das ist einfach geil."

aho