Mission Wiederaufstieg beginnt in Bochum

Ist der 1. FC Köln zweitligareif? Sieben Fragen vor dem Start

Markus Anfang

Die Euphorie in Köln ist riesig - der Druck auch: Trainer Markus Anfang bei der Saisoneröffnung. imago

Wie nimmt das Umfeld die 2. Liga an?

Der sechste Abstieg seit 1998 deutete sich lange an und gab immerhin allen Beteiligten die Gelegenheit, sich intensiv auf das Thema vorzubereiten. Die Saisoneröffnung lieferte einen Vorgeschmack darauf, was die Mannschaft erwartet: 50.000 Fans feierten Markus Anfang und sein Team. Aber sie verkörpern mit ihrer großen Erwartungshaltung natürlich auch den Anspruch, der nur Aufstieg heißen kann. Der Druck ist immens, und er ist die große Unbekannte im Spiel des 1. FC Köln. Dabei stimmen alle Rahmenbedingungen, bei 25.500 verkauften Dauerkarten geht man von jeweils 45.000 Zuschauern bei den Heimspielen im Schnitt aus.

2. Bundesliga - 1. Spieltag
1. Spieltag
Vereinsdaten 1. FC Köln

Gründungsdatum13.02.1948

Mitglieder101.600

VereinsfarbenRot-Weiß

Anschrift 1. FC Köln
Geißbockheim
Rhein-Energie-Sportpark
Franz-Kremer-Allee 1-3
50937 Köln

Internetwww.fc-koeln.de

Vereinsinfo

Welchen Spielstil pflegt der FC?

Anfang steht für offensiven, attraktiven und dominanten Fußball. Damit überraschte Aufsteiger Holstein Kiel in der vergangenen Saison, nun soll der FC die Liga spielerisch beherrschen. Siege alleine reichen nicht, der Fußball soll auch schön sein. Das Personal dafür steht ihm zur Verfügung. Die Kölner wissen, dass sie in jedem Spiel ein dickes Defensivbrett bohren müssen. Dabei werden Geduld und Flexibilität gefragt sein. Weshalb sich Anfang auch ungern auf ein System festlegen lässt.

Kann der Kader 2. Liga?

Timo Horn, Thomas Kessler, Matthias Lehmann, Jonas Hector und Marcel Risse haben Zweitliga-Erfahrung mit dem FC, die Neuzugänge Lasse Sobiech, Niklas Hauptmann, Rafael Czichos oder Dominick Drexler kennen die Liga auf dem Effeff, Simon Terodde war zweimal Torschützenkönig im Unterhaus. Mehr Erfahrung geht kaum. Mit der richtigen Einstellung dürfte sich dieses Thema nicht stellen. Der 1. FC Köln kann im Unterhaus nur an sich selbst scheitern.

Wie fest sitzt der Trainer im Sattel?

Sehr fest. Anfang stand sehr lange mit Geschäftsführer Armin Veh im Austausch, er genießt das Vertrauen der Chefs. Er offenbarte keinerlei Berührungsängste zum großen Klub und nahm seine Rolle als Hoffnungsträger direkt an.

Wie lief die Vorbereitung?

Leistungen und Ergebnisse wurden mit Fortdauer der Vorbereitung besser. Was darauf schließen lässt, dass die Spieler die Idee des Trainers mehr und mehr verinnerlichen. Aber wichtiger als die Testspiel-Ergebnisse ist die Tatsache, dass der Trainer Spieler neu belebte, deren Zukunft in Köln schon vorüber zu sein schien. Serhou Guirassy und Jhon Cordoba stehen stellvertretend dafür, dass jeder Profi bei null begann und die Chance hatte, in die Startelf zu rutschen. Sie sind gefühlte Neuzugänge, vor allen Dingen der in der vergangenen Saison so glücklose Cordoba.

Wo klemmt es noch vor dem Start?

Hinten rechts sieht es nicht gut aus. Die beiden Außenverteidiger Matthias Bader und Benno Schmitz sind verletzt, Alternativkandidat Marcel Risse fehlte erkrankt. Anfang wird sich etwas einfallen lassen müssen. Ebenso auch in der Moderation des Kaders. Prominente Akteure sitzen auf der Bank, möglicherweise trifft es Spieler wie Zoller, Sobiech, Koziello und Terodde. Drohende Unruhe muss im Keim erstickt werden, weil sie den Erfolg gefährden kann.

Was passiert, wenn die Mission Wiederaufstieg scheitert?

Der 1. FC Köln ist wirtschaftlich gesund, könnte sogar noch ein Jahr Zweitklassigkeit vertragen, ohne das die Substanz ernsthaft angegriffen würde. Aber davon geht niemand aus. Der Nicht-Aufstieg wäre eine riesige Enttäuschung und würde für ein erneutes Stühlerücken in Köln sorgen. Ein Scheitern ist keine Alternative, für keinen Beteiligten.

Frank Lußem

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