Freiburg-Weiß gewinnt 3:0 gegen Freiburg-Rot

Terrazzino punktet in internem Testspiel

Marco Terrazzino

Kam vor einem Jahr von der TSG Hoffenheim zurück nach Freiburg: Marco Terrazzino. imago

Aus Freiburgs Trainingslager in Schruns berichtet Carsten Schröter-Lorenz

Für gewöhnlich finden solche internen Tests unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, schließlich kann der Konkurrenzkampf innerhalb eines Bundesliga-Teams auch mal zu hitzigen Zweikämpfen oder Auseinandersetzungen führen. Über die Ausnahme am Montag freuten sich daher die rund 100 Zuschauer im Stadion des FC-Schruns, darunter einige mitgereiste SC-Fans. Und auf dem Rasen, wo ein regionales Schiedsrichter-Team zweimal 37,5 Minuten spielen ließ, blieb alles fair. Allerdings lieferte das in weiß gekleidete Team die deutlich reifere und effektive Leistung ab.

Pluspunkte Team weiß: In der Anfangsphase musste die weiße Elf zwei gute Chancen von Florian Niederlechner (Caglar Söyüncü fälschte im letzten Moment zur Ecke ab) und Jerome Gondorf überstehen, der aus guter Position vorbei zielte. In der Folge kam Weiß selbst zu guten Angriffen - fast immer beteiligt: der agile und umtriebige Marco Terrazzino auf der linken Außenbahn. Terrazzino war es auch, der mit einer Flanke von links die Führung vorbereitete. U-23-Stürmer Christoph Daferner holte aus etwa 18 Metern den Ball sehenswert mit der Brust runter und vollstreckte wuchtig unter die Latte. Nach einem langen Einwurf von der rechten Seite schaltete Abgangskandidat Caleb Stanko, der auf ungewohnter Position rechts im Mittelfeld einen guten Job machte, im Fünfmeterraum am schnellsten und schob zum 2:0 ein.

Gulde trifft die Latte

Team weiß besaß durch das gut harmonierende Mittelfeld Duo Nicolas Höfler und Janik Haberer im Zentrum eine funktionierende Struktur im Spiel nach vorne sowie eine gute Ordnung im Defensivverhalten. Direkt nach der Pause überstanden die Weißen einen Fehler in der eigenen Abwehr, weil Tim Kleindienst die selbst erarbeitete Chance nicht nutzte. Kurz darauf bewies Team weiß einmal mehr seine Effektivität. Nach einem Ballgewinn von U-23-Aushilfe Nico Schlotterbeck, der hinten links unaufgeregt und aufmerksam verteidigte, gegen Pascal Stenzel ging es über Terrazzino schnell nach vorne. Der bediente Stanko rechts im Strafraum, der wiederum umsichtig auf Terrazzino zurücklegte. Der Mann des Abends ließ Mark Flekken per Direktabnahme keine Chance - 3:0. Die Weißen hätten sogar weiter erhöhen können: Kammerbauer schoss nach gutem Diagonalball Schlotterbecks am langen Eck vorbei, Haberer setzte einen Distanzschuss nach Terrazzino-Vorarbeit knapp drüber und Gulde traf nach Terrazzino-Flanke per Hacke nur die Latte.

Minuspunkte Team rot: Die Roten ließen anfangs Kaltschnäuzigkeit im Abschluss vermissen, als vor allem Linksverteidiger Christian Günter mit Vorstößen über die Außenbahn für Gefahr sorgte, und zeigten sich danach zu oft ungeordnet in der Defensive. Beim 1:0 bekam Daferner im Zentrum zu viel Platz von Lienhart, beim 2:0 war die gesamte Abwehr nicht in der Lage den Einwurf aus der Gefahrenzone zu befördern, am Ende sahen Lienhart und Torwart Constantin Frommann unglücklich aus.

Anders als im weißen Team harmonierte das Duo Jonas Meffert und Jerome Gondorf im zentralen Mittelfeld viel zu selten. Meist klafften zwischen beiden zu große Abstände, häufig fehlte im Spielaufbau ein Sechser als Anspielstation für den Außenverteidiger an der Seitenlinie. Gondorf hatte anfangs zwar seinen Anteil an ein paar Offensivaktionen, offenbarte aber wenig überraschend, dass er noch Zeit braucht, um die Abläufe auf der Acht im traditionellen Freiburger 4-4-2 zu verinnerlichen. Zudem beging er zwei unnötige Fouls im Zentrum.

Neuzugang Heintz mit einigen gut getimten Bällen

Dem Spiel der Roten fehlten auch zündende Ideen und Impulse auf und von den Flügeln, Kleindienst und Niederlechner hingen ohne brauchbare Anspiele oft in der Luft. Den jungen U-23-Aushilfen Carlo Boukhalfa und Konrad Faber im rechten Mittelfeld ist da kaum ein Vorwurf zu machen. Aber auch von Stenzel dahinter und Florian Kath auf dem linken Flügel kam zu wenig. Mit dem Rückstand häuften sich im Team rot auch die Ungenauigkeiten im Passspiel, einzig Dominique Heintz sorgte mit einigen gut getimten Bällen hinten raus immer mal wieder für belebende Momente. Aber auch dem Ex-Kölner verrutschte der eine oder andere Pass. Besonders nach dem Rückstand ließ auch das Anlaufverhalten im Spiel gegen den Ball im einen oder anderen Moment zu wünschen übrig.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die weiß gekleideten Akteure dürften nach dem Posieren für ein Siegerfoto deutlich mehr Spaß beim Abendessen gehabt haben als ihre Kollegen von Team Rot.

Die Aufstellung:

Freiburg-Weiß: Schwolow - Kammerbauer, Gulde, Söyüncü, Nico Schlotterbeck - Höfler - Haberer - Stanko, Terrazzino - Höler, Daferner

Freiburg-Rot: Frommann (38. Flekken) - Stenzel, Lienhart, Heintz, Günter - Meffert - Gondorf - Boukhalfa (38. Faber) - Kleindienst, Niederlechner

Tore: 1:0 Daferner (24.), 2:0 Stanko (33.), 3:0 Terrazzino (42.)