Belgien scheitert schon wieder an Frankreich

Martinez: "Einer muss gewinnen, einer verlieren"

Trotz Halbfinal-Aus: Roberto Martinez lobte seine Spieler.

Trotz Halbfinal-Aus: Roberto Martinez lobte seine Spieler. imago

Es war das dritte WM-Duell gegen Frankreich für Belgien - und es setzte die dritte Niederlage. Nach einem 1:3 im Achtelfinale 1938, einem 2:4 im Spiel um Platz drei 1986 setzte es nun ein 0:1 im Halbfinale. "So etwas kann passieren", sagte Nacer Chadli unmittelbar nach Abpfiff am ARD-Mikro und lieferte zugleich eine Antwort darauf, warum es so gekommen ist, wie es kam. "Es war ausgeglichen", stellte der Mittelfeldmann von West Bromwich Albion fest und ergänzte: "Wir haben unsere Chancen verpasst."

Ganz Unrecht dürfte der 28-Jährige damit nicht haben, denn klar ist: Belgien hatte Chancen, vor allem in Durchgang eins. Allerdings fehlte entweder das nötige Quäntchen Glück respektive Präzision (Hazard, 16./19.) oder aber Frankreichs Torhüter Hugo Lloris entpuppte sich als unbezwingbar. Der 31-jährige Keeper von den Tottenham Hotspur war stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde - so parierte er stark gegen Alderweireld (22.) und kurz vor Schluss auch gegen Witsel (81.). "Lloris hat unglaubliche Bälle rausgefischt", sagte Chadli über den gegnerischen Keeper, um dann auch direkt die gesamte französische Mannschaft zu loben: "Die stehen unglaublich kompakt. Und dann ihre Gegenangriffe. Das war sehr schwierig."

"Das Spiel war sehr eng", sagte Nationaltrainer Roberto Martinez, der die Niederlage durchaus sportlich nahm: "Einer muss gewinnen, einer verlieren." Und auch wenn das Aus so manchem Belgier schmerzt, insgesamt dürfen die Roten Teufel mit ihrem bisherigen Turnierverlauf zufrieden sein. Ungeschlagen ins Halbfinale gekommen, dabei Rekordweltmeister und Turnierfavorit Brasilien ausgeschaltet. "Meine Spieler haben Großes geleistet", weiß Martinez, der noch immer Historisches mit der Mannschaft erreichen kann.

Das beste belgische Ergebnis bei einer WM war Platz vier in Mexiko 1986. Damals verhinderte Frankreich ein besseres Ergebnis, das wird sich am Samstag in St. Petersburg auf keinen Fall wiederholen können. "Wir haben noch ein Spiel vor uns, wir wollen das mit einem Sieg abschließen. Meine Spieler haben einen Erfolg zum Abschluss verdient."

drm