Frankfurt: Sextett mit fraglicher Perspektive

Bewährungschance für Stendera und Co.

Marc Stendera

Kann er Adi Hütter von seinem Könen überzeugen? Marc Stendera. imago

Noch ist der Kader der Frankfurter recht überschaubar. Mit 21 Feldspielern und drei Torhütern bereiten sich die Hessen zurzeit in Salt Lake City auf die neue Saison vor. Dort trifft die Eintracht in der Nacht auf Mittwoch um vier Uhr deutscher Zeit auf den ortsansässigen Klub Real Salt Lake. Am Donnerstag reist die Mannschaft weiter nach Philadelphia, wo in der Nacht auf Sonntag um ein Uhr deutscher Zeit der nächste Test gegen Philadelphia Union ansteht. Ab der kommenden Woche werden nach und nach die insgesamt sieben WM-Teilnehmer zurückkehren, außerdem stößt Neuzugang Evan N'Dicka dazu. Der Verteidiger kann wegen fehlender Reiseunterlagen nicht am Trainingslager in den USA teilnehmen.

Für das Sextett Stendera, Hrgota, Blum, Kamada, Tawatha und Besuschkow bieten die Partien gegen Salt Lake und Philadelphia die Chance, Hütter von ihrem Können zu überzeugen. Der Coach hat angekündigt: "Meine Aufgabe ist es, mir tagtäglich im Training ein Bild zu machen. Ich bin nicht der, der hergeht und sagt: Diese Spieler und diese Spieler müssen weg. Ich verschaffe mir einen Gesamteindruck, dann werden wir die Entscheidungen treffen."

Spielersteckbrief Tawatha

Tawatha Taleb

Spielersteckbrief M. Stendera

Stendera Marc

Spielersteckbrief Besuschkow

Besuschkow Max

Spielersteckbrief Hrgota

Hrgota Branimir

Spielersteckbrief Kamada

Kamada Daichi

Hübner: "Es werden noch Spieler kommen"

Allerdings dürfte es für keinen dieser Akteure leicht werden, in der neuen Saison auf mehr Spielzeiten zu kommen. "Es werden noch Spieler kommen, sodass es für sie nicht einfacher wird", sagte Sportdirektor Bruno Hübner am 25. Juni im kicker. Sportvorstand Fredi Bobic hatte wiederum schon am 30. Mai angekündigt: "Wir haben ein sehr gutes Gerüst und wollen uns punktuell so verstärken, dass der Kader qualitativ noch besser besetzt sein wird."

Bei Stendera und Kamada wäre Ausleihe sinnvoll

Für jeden der genannten Spieler geht es in der Vorbereitung deshalb darum, sich erheblich zu steigern, um in Frankfurt eine Perspektive zu besitzen. Bleiben sie auf ihrem Leistungsstand der vergangenen Saison stehen, haben sie kaum eine Chance. Realistisch betrachtet dürfte es bei den meisten der genannten Reservisten auf eine Trennung noch in dieser Transferperiode hinauslaufen. Speziell bei Stendera und Kamada könnte sich eine Ausleihe als sinnvoll erweisen.

Fragezeichen hinter Nachwuchskräften

Fraglich ist zudem, wie es bei den Nachwuchskräften Deji Beyreuther (18), Noel Knothe (19) und Nelson Mandela Mbouhom (19) weitergeht. Das Trio darf nicht mehr in der U 19 spielen, eine U 23 gibt es nicht. Marco Pezzaiuoli, Technischer Direktor NLZ und Profis, liebäugelt unter anderen mit der Idee, für die Reservisten statt des Spielersatztrainings Testspiele zu organisieren. Sollte sich Hütter für diesen Vorschlag erwärmen können, könnte ein Verbleib der Youngster durchaus sinnvoll sein. Andernfalls müssten sie wechseln oder sich ausleihen lassen, um regelmäßig Wettkampfpraxis zu erhalten.

Julian Franzke