Bundesliga

Leipzigs neuer Co-Trainer Jesse Marsch über die "Inspiration" Bundesliga

Leipzigs neuer Co-Trainer stellt sich vor

Marsch und die "Inspiration" Bundesliga

Ralf Rangnick mit Jesse Marsch.

Das neue Trainergespann: Ralf Rangnick mit Jesse Marsch. imago

Die Entscheidung ist Jesse Marsch nicht schwer gefallen. "Das war einfach für mich", sagte der neue Co-Trainer von RB Leipzig am frühen Dienstagnachmittag im Rahmen einer Medienrunde im Trainingszentrum von RB am Cottaweg. "Ralf Rangnick ist ein sehr guter und sehr intelligenter Trainer mit einer fantastischen Philosophie. Ich kann mit meiner Erfahrung helfen und auch viel lernen." Seinen neuen Job als Assistent des in der neuen Saison in Doppelfunktion agierenden Rangnick empfindet Marsch als "eine große Ehre", weil der RB-Sportdirektor einer seiner Mentoren sei. Der 44 Jahre alte bisherige Coach der New York Red Bulls hat den Schritt über den großen Teich gewagt, weil er den nächsten Schritt in seiner Trainer-Laufbahn gehen möchte. "Es ist Zeit dafür", sagt Marsch, "und ich denke, hier ist ein guter nächster Schritt für mich."

Dass der US-Trainer des Jahres 2015 in Leipzig nicht - wie in den vergangenen Tagen auch spekuliert worden war - in der ersten Reihe steht und den Tabellensechsten der vergangenen Bundesliga-Saison als Chefcoach anleitet, bereitet ihm keine Schwierigkeiten - sagt er. "Das ist okay." Marsch ist es wichtig, im Fußball in Europa einen Fuß in die Tür zu bekommen. "Teil eines großen Klubs zu sein, ist eine große Chance für mich", sagt er und räumt ein, schon einige Zeit lang daran gedacht zu haben, nach Europa zu gehen.

New York Red Bulls - Vereinsdaten
New York Red Bulls

Gründungsdatum

01.10.1994

RB Leipzig - Vereinsdaten
RB Leipzig

Gründungsdatum

19.05.2009

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Nun ist Marsch in Leipzig, und in den ersten Einheiten war er sofort mittendrin. Bei den Spielformen am Dienstag, bei denen Torwart Nummer 1 Peter Gulacsi erstmals wieder auf dem Platz stand und der von der Leihe nach Kaiserslautern zurückgekehrte Keeper Marius Müller wegen muskulärer Probleme fehlte, war Marsch zwischendurch der Mann, der laufstark die Aktionen kommentierte. Und das in Deutsch. Vor zwei Jahren habe er angefangen, Deutsch zu lernen, sagt der Mann, dessen Großeltern aus Deutschland stammen. Marschs Kenntnisse sind passabel, auch wenn er beim Mediengespräch etliche Antworten dann doch in Englisch gab.

Marsch: "Die härteste Sache war..."

Der Vater dreier Kinder (16, 14 und 10 Jahre alt) sieht in seinem Engagement bei RB "die Chance zu wachsen", und dafür hat er auch schwere Entscheidungen getroffen. "Es war nicht leicht, New York zu verlassen - und das mitten in der Saison. Die härteste Sache war, meinem Team in New York auf Wiedersehen zu sagen", bekennt Marsch, der sich selbst als "intensiven und anspruchsvollen" Trainer bezeichnet, der aber auch darauf achte, sich um seine Spieler zu kümmern und ihnen so zu helfen, besser zu werden. "Diese Balance kann hart sein, aber ich versuche, die richtige Balance zu finden".

Als den größten Unterschied im Vergleich zur US-amerikanischen Major League Soccer erachtet Marsch bei seiner neuen Aufgabe in Deutschland "den Level des Spiels und dem Level der Liga" - und die Ansprüche, die an das Coaching eines Bundesliga-Trainer gestellt werden. Die Herausforderung sei für ihn aber auch gleichermaßen "Inspiration", so Marsch.

Wiedersehen mit Tyler Adams?

Möglicherweise trifft der in Racine im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Fußballlehrer einen seiner ehemaligen New Yorker Akteure wieder: Tyler Adams. Den 19 Jahre alten defensiven Mittelfeldakteur bezeichnet Marsch als "sehr begabten Spieler" und ergänzt: "Leipzig wäre froh, ihn zu haben." Viele Klubs hätten Interesse, Adams zu verpflichten, so Marsch, "wir haben in New York hart darum gekämpft, ihn zumindest bis zum Ende des Jahres zu halten. Aber Tyler hat eine Zukunft in Europa - kein Zweifel."

Andreas Hunzinger

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