Überraschungsteam Schweden ist trotz Aus gegen England stolz

Andersson: "Manchmal ist der Gegner einfach besser"

Janne Andersson (M.)

Verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus Russland: Schweden um Trainer Janne Andersson (M.). Getty Images

Mit einem Sieg wäre Schweden zum ersten Mal seit 1994 wieder in ein WM-Halbfinale eingezogen. Gegen den Favoriten aus England zogen die Skandinavier am Ende den Kürzeren - ohne jedoch enttäuscht zu haben. Trainer Andersson konnte seiner Mannschaft nach Spielende nichts vorwerfen. "Es ist nichts wirklich falsch gelaufen", analysierte der 55-Jährige.

"Wir hatten heute einen richtig guten Gegner und haben nicht unsere beste Leistung gezeigt", fuhr der schwedische Nationalcoach fort. "England war die bessere Mannschaft - nicht immer muss etwas schieflaufen, manchmal ist der Gegner einfach besser." Tatsächlich zeigte Blagult auch gegen die Three Lions, was es in den Spielen zuvor stark gemacht hatte: kompakte und aufmerksame Defensivarbeit aufbauend auf einer mannschaftlich geschlossenen Leistung.

Berg & Co. verzweifeln an Keeper Pickford

Dennoch musste Torwart Robin Olsen zweimal hinter sich greifen. Nach einer Ecke setzte sich Englands Abwehrhüne Harry Maguire gegen den deutlich kleineren Emil Forsberg durch und köpfte zum 1:0 für den Favoriten ein (30.). Delli Alli, der im Sechzehner allein gelassen worden war, machte nach einer knappen Stunde den Deckel drauf (59.).

Schweden

Raus mit Applaus: Schwedens Spieler verabschieden sich nach dem Aus von ihren Fans. Getty Images

"England war heute das bessere Team, sie waren sehr stark", gab Kapitän Andreas Granqvist freimütig zu. Dennoch hätte seine Mannschaft die Schlussphase mit etwas mehr Glück im Abschluss etwas spannender gestalten können. Sowohl Berg (47./71.) als auch Claesson (62.) scheiterten mit ihren Versuchen am glänzend reagierenden Keeper Jordan Pickford. So müssen die Skandinavier nach tollen Leistungen die Heimreise aus Russland antreten.

Wir sind vielleicht nicht das beste Team auf dem Papier, aber als Mannschaft und als Kollektiv waren wir hervorragend.

Schwedens Kapitän Andreas Granqvist

Dass sich Schweden überhaupt so lange im Turnier gehalten hat, hätte der Mannschaft vor dem Start wohl kaum einer zugetraut. Mit Platz eins in einer Gruppe mit Deutschland, Mexiko und Südkorea sowie dem Weiterkommen im Achtelfinale gegen die Schweiz (1:0) zählen die Skandinavier sicher zu den Überraschungen bei dieser WM. "Wir sind alle traurig und enttäuscht, aber wir müssen uns daran erinnern, dass wir tolle Leistungen gezeigt haben", betonte Trainer Andersson.

In die gleiche Kerbe schlug auch Innenverteidiger Granqvist. Der 33-Jährige bekräftigte auch noch einmal, was Blagult so stark gemacht hatte. "Wir haben ein fantastisches Team", so der Routinier. "Wir sind vielleicht nicht das beste Team auf dem Papier, aber als Mannschaft und als Kollektiv waren wir hervorragend."

jly