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Schwedens Plan für das WM-Viertelfinale gegen England: Harry Kane stoppen!

England hat keine gute Bilanz gegen die Skandinavier

Schwedens Plan: Kane stoppen!

Andreas Granqvist

Frischgebackener Vater: Schwedens Kapitän Andreas Granqvist. imago

"Wir wissen, dass sie Harry Kane haben, der sehr gefährlich im Strafraum ist", sagte Schwedens Kapitän Andreas Granqvist am Freitag. Zu verhindern, dass Englands Kapitän die entsprechenden Zuspiele bekäme, sei im Viertelfinale am Samstag der Schlüssel zum Erfolg. Die Schweden machen sich nicht nur wegen Kanes Elfmeter Sorgen (drei von drei im Spiel verwandelt, dazu auch im Elfmeterschießen gegen Kolumbien erfolgreich ). "Er ist unglaublich talentiert, nicht nur bei Elfmetern, sondern generell als Stürmer. Er ist gut in allem. Es wird ein sehr hartes Spiel gegen ihn", befand Schwedens Kapitän, kündigte aber an: "Wir werden alles tun, um ihn zu stoppen."

Holland, Italien, Deutschland...England?

Angst haben die Schweden vor England aber nicht, eher umgekehrt: Von bisherigen acht Pflichtspielduellen gewannen die "Three Lions" nur eins, von den letzten sieben Freundschaftsspielen ebenfalls. Und überhaupt, Favoriten schalteten die Schweden ja schon reihenweise aus: In der Qualifikation ließen sie die Niederlande hinter sich (und gewannen ihr Heimspiel gegen Frankreich), in den Play-offs musste Italien dran glauben, und bei der WM setzten sie sich - trotz Niederlage gegen das DFB-Team - in der Gruppe auf Kosten von Deutschland durch. "Es ist unglaublich schwierig, gegen uns zu spielen", meint der Hamburger Albin Ekdal: "Wir fühlen uns total sicher, egal, wie der Gegner heißt."

Der Teamspirit als große Stärke - erst recht nach Fall Durmaz

Die große Stärke der Schweden: der Teamspirit. Granqvist, der in der Nacht zum Freitag zum zweiten Mal Vater wurde, betonte erneut, dass der starke Zusammenhalt dem Team dabei geholfen habe, fehlende Klasse wettzumachen: "Auf dem Papier haben wir individuell vielleicht nicht die beste Mannschaft, aber als Team erreichen wir sehr viel." Ein starkes Zeichen hatten die Schweden gesetzt, als Jimmy Durmaz nach dem 1:2 gegen Deutschland rassistisch beleidigt wurde und Morddrohungen erhielt. Der komplette Kader stellte sich demonstrativ hinter Durmaz und rief "Fuck Racism!". Das schweißte das Team noch weiter zusammen.

Auch Coach Janne Andersson machte den starken Zusammenhalt als den Grund dafür aus, dass Schweden erstmals seit 1994 im Viertelfinale einer WM steht: "Die Freude, die wir verspüren, obwohl wir jetzt den 45. Tag zusammen sind und sogar ich manchmal einen schlechten Tag habe", meinte Andersson: "Dann geht man auf sein Zimmer, ruht sich ein wenig aus und dann kommt man mit neuer Energie zurück und trägt dazu bei, dass das Team Erfolg hat."

Nationaltrainer Andersson outet sich als England-Fan

Auf das Duell mit dem Weltmeister von 1966 freut sich Andersson ganz besonders: "Ich könnte stundenlang über den englischen Fußball reden, ich bin mit ihm aufgewachsen", verriet der schwedische Nationaltrainer: "England war quasi ein zweites Land für mich. Von daher ist es schon etwas Besonderes, morgen als Trainer von Schweden gegen England zu spielen." Vor allem, wenn am Ende sogar der Halbfinaleinzug stehen sollte.

ski

kicker.tv Hintergrund

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