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Geldstrafen für Schweizer Trio und Serbiens Trainer Krstajic

WM, Gruppe E: FIFA verkündet

Geldstrafen für Schweizer Trio und Serbiens Trainer Krstajic

Granit Xhaka (links) und Xherdan Shaqiri

"Unsportliches Verhalten": Granit Xhaka (links) und Xherdan Shaqiri werden von der FIFA zur Kasse gebeten. imago

Das Schweizer Spieler-Trio Shaqiri, Xhaka und Lichtsteiner formte beim 2:1-Sieg gegen Serbien bekanntlich mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der die Flagge Albaniens ziert. Dies wertete die FIFA, die im Anschluss ein Verfahren eingeleitet hatte , als "unsportliches Verhalten".

Hintergrund ist: Die beiden Torschützen haben kosovarische Wurzeln. Serbien erkennt das Kosovo allerdings nach wie vor nicht als eigenständiges Land an, was den viel diskutierten Jubelgesten eine politische Dimension gibt.

Trainersteckbrief Krstajic
Krstajic

Krstajic Mladen

Spielersteckbrief Lichtsteiner
Lichtsteiner

Lichtsteiner Stephan

Spielersteckbrief G. Xhaka
G. Xhaka

Xhaka Granit

Spielersteckbrief Shaqiri
Shaqiri

Shaqiri Xherdan

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Serbiens Coach Krstajic muss indes wie der nationale Verbandschef Slavisa Kokeza 5000 Schweizer Franken (4340 Euro) Strafe zahlen. Der Ex-Bundesliga-Profi hatte mit seinen Aussagen über einen nicht gegebenen Elfmeter durch den deutschen Schiedsrichter Felix Brych für Wirbel gesorgt. "Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat", sagte Krstajic.

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Serben wegen schwerster Verbrechen während der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens (1991-1999) verurteilt.

Der serbische Verband muss ferner zudem 54.000 Franken (46.860 Euro) für "diskriminierende Banner" und Schlachtrufe von seinen Anhängern zahlen.

WM-Ausschlüsse im Gespräch

Im Vorfeld der Urteile wurde über Sperren und sogar WM-Ausschlüsse spekuliert. Diese unliebsamen Themen kamen für beide Teams zur Unzeit. Schließlich stehen die Schweizer wie die Serben vor ihren letzten Vorrundenspielen. Die Schweiz trifft am Mittwoch (20 Uhr) in Nischni Nowgorod auf Costa Rica, zeitgleich muss Serbien in Moskau gegen Rekord-Weltmeister Brasilien antreten. Für den Schweizer Verbandsboss Peter Gillieron war schon vor den Entscheidungen klar: "Eine Sperre wäre ein Hammerschlag."

Um Druck auf den Weltverband zu machen, hatten die Schweizer ihren ehemaligen Verbandspräsidenten und früheren FIFA-Funktionär Marcel Mathier nach vorne geschickt. "Dann hat die FIFA ein großes Problem", kommentierte der langjährige Vorsitzende der Disziplinarkommission in der "Basler Zeitung" mögliche Sperren. "Von da an müsste nämlich jede Geste, die auf irgendeine Weise einen politischen oder religiösen Hintergrund haben könnte, untersucht werden. Das würde viele neue und komplizierte Fälle nach sich ziehen." Das hat die Disziplinarkommission offenbar ähnlich gesehen.

dpa/sid/mag