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Paolo Maldini - Mailänder Maestro des Erfolgs

Die Legende der AC Milan wird 50

Paolo Maldini - Mailänder Maestro des Erfolgs

Paolo Maldini

Champions-League-Sieg 2003: nur einer von vielen Pokalen, die Milan-Legende Paolo Maldini in die Höhe streckte. imago

Was braucht es für Worte, um einen Mann wie Paolo Maldini beschreiben zu können. Nicht unbedingt viele, dafür aber große. Einer der besten Verteidiger aller Zeiten, ein Anführer, ein wahrer Capitano, eine Legende - so in etwa. Schließlich war der heute 50-Jährige zu seiner Zeit einer der größten Figuren des Weltfußballs - und ist bis heute eine der prägenden Ikonen der AC Milan. Besser noch, wenn also andere Größen dieses Sports über ihn sprechen - wie zum Beispiel Zlatan Ibrahimovic: "Maldini war der beste und härteste Verteidiger, gegen den ich jemals gespielt habe. Er hatte alles: ein kompletter Defensivspieler, stark, intelligent und ein exzellenter Manndecker."

25 Jahre Milan - eine Erfolgsgeschichte

Als Sohn von Cesare Maldini, ebenfalls eine prägende Figur der Rossoneri in den 50er und 60er Jahren (viermaliger Meister, Sieger im Europapokal der Landesmeister 1963), bekam Paolo seinen Weg quasi in die Wiege gelegt. Am 26. Juni 1968 erblickte der Spross in Mailand das Licht der Welt. Der Fußball begleitete den späteren Weltstar seither - und im Alter von zehn Jahren schloss sich der junge Paolo seinem Lieblingsklub Milan an.

Spielersteckbrief Maldini
Maldini

Maldini Paolo

Spielersteckbrief Cafu
Cafu

de Moraes Marcos Evangelista

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Nesta Alessandro

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Ambrosini Massimo

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Santos Leite Ricardo Izecson

Spielersteckbrief Maldini
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Maldini Cesare

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Ancelotti

Ancelotti Carlo

Trainersteckbrief Gattuso
Gattuso

Gattuso Gennaro

AC Mailand - Vereinsdaten

Gründungsdatum

16.12.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz

Während der Saison 1984/85 gab Maldini schließlich gegen Udinese Calcio sein Serie-A-Debüt. Es war der 20. Januar 1985 - und zugleich der Startschuss einer großen Laufbahn. 31 treue Jahre, 647 Serie-A-Spiele (ewiger italienischer Rekord vor Juve-Legende Gianluigi Buffon mit 640 Partien) und ganze 1028 (!) Pflichtspiele später stand fest: Maldini, der insgesamt 25 Jahre lang Teil von Milans A-Mannschaft war, ist eine Mailänder Inkarnation des Erfolgs. Auch die anfangs großen Fußstapfen von Vater Cesare, der am 3. April 2016 im Alter von 84 Jahren in Mailand gestorben war, trieben den Nachkommen eher an, den Namen Maldini noch lauter in San Siro erklingen zu lassen.

Der Name Maldini ist fest mit Mailand verbunden.

Paolo Maldini

Sieben Scudetti, ein Pokalsieg, ein FIFA-Klub-WM-Titel, zwei Weltpokale, zahlreiche Supercups auf internationaler wie nationaler Ebene und stolze fünf (!) Triumphe im Europapokal der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League - die Liste der Erfolge ist lang. Große Teile des Mailänder Museumsabschnitts im Giuseppe-Meazza-Stadion und im pompösen Vereinsmuseum "Mondo Milan" in der Via Aldo Rossi tragen den Beisatz Paolo Maldini. Oder in den Worten von Paolo selbst formuliert: "Der Name Maldini ist fest mit Mailand verbunden." Und wenngleich dem Abwehrchef in 125 Länderspielen für die Squadra Azzurra der große Wurf verwehrt blieb (WM-Dritter 1990, Vize-Weltmeister 1994, Vize-Europameister 2000), so gehört Maldini auch dort bis heute zum Kreis der Großen.

Cesare Maldini (links) und Paolo Maldini

Vater und Sohn im Jahre 1984: Cesare Maldini (links) und Paolo Maldini. imago

Das Trauma 2005, die süße Revanche 2007

Kurzum: Der Feldherr in der Abwehr hat den Catenaccio geprägt - auch auf spielerischer Ebene: Er war technisch beschlagen, variabel einsetzbar, extrem diszipliniert, unheimlich zweikampfstark, treffsicher (sieben Tore für die Azzurri, 33 für Milan) und dabei stets fair. Aussetzer? Bis auf drei Roten Karten in 1028 Pflichtspielen nicht zu finden. Ein echter Musterprofi eben, der wegen seines Aussehens (lange Haare, Haarband) auch bei der weiblichen Basis Anklang fand.

Als Teil des Mailänder Bollwerks um andere Größen wie Franco Baresi, Frank Rijkaard oder Alessandro Costacurta war Maldini auch fleißig an der Saison 1991/92 beteiligt, als Milan einen neuen Rekord in der italienischen Liga aufstellte und sich die Meisterschaft ohne eine einzige Niederlage sicherte. Diese Serie fand erst in der folgenden Saison nach insgesamt 58 Spielen ihr Ende. In den Jahren danach bildete Maldini allerdings auch zusammen mit Alessandro Nesta, Jaap Stam und Cafu eine der populärsten Abwehrketten der Geschichte: Zusammen mit Vordermännern wie dem heutigen Milan-Coach Gennaro Gattuso, Massimo Ambrosini, Clarence Seedorf, Andrea Pirlo, Kaka oder Filippo Inzaghi erreichte das Gebilde unter Trainer Carlo Ancelotti im Zeitraum von 2003 bis 2007 drei Finals in der Champions League.

Teil davon war auch eines der denkwürdigsten Endspiele der Geschichte, als bärenstarke Rossoneri den FC Liverpool nach allen Regeln der Kunst zerlegten, zur Pause mit 3:0 führten - nur um hinterher nach einem 3:3 nach Verlängerung mit 2:3 im Elfmeterschießen zu unterliegen. Zwei Jahre später sollte Mailand im Übrigen die Revanche gelingen - 2:1.

Loblieder für Maldini

Paolo Maldini

Stets beliebt: Paolo Maldini. Getty Images

"Maldini ist das Symbol Milans. Er bringt Kontinuität mit und verbindet die fußballerische Antike mit der Moderne", sagte einst Milan-Legende Gianni Rivera, der für die Lombarden Tore erzielte, bevor Maldini überhaupt geboren worden war. Auch David Beckham berichtete einst stolz über seine Erfahrungen als Milan-Profi an der Seite von "Il Capitano" Maldini, der am 17. April 2009 sein Karriereende bekanntgab: "Das Tollste ist es, ein Teil der Karriere von Paolo Maldini zu sein. Er ist ein toller Kapitän, ein toller Spieler, ein toller Mensch. Es war fantastisch, in den letzten sechs Monaten seiner Karriere mit ihm zusammen zu arbeiten."

Italiens Zauberer Roberto Baggio, das "göttliche Zöpfchen", spielte ebenfalls zwischen 1995 und 1997 mit Maldini zusammen und sagte einmal: "Ich habe seine Ernsthaftigkeit und Leidenschaft immer bewundert. Er hat immer alles gegeben. Danke, Paolo!" Und wenn sogar ein Sir wie Alex Ferguson daherkommt, dann weiß man, dass Maldini weltweiten Respekt genießt: "Kaka hat mich beeindruckt. Und Zinedine Zidane war ohne Zweifel brillant. Aber mein Favorit heißt Paolo Maldini. Er hat eine wundervolle Präsenz, Kampfgeist, Athletik - und obwohl er nie der beste Techniker war, hat er das Milan-Spiel in einer sehr erfolgreichen Ära maßgeblich geprägt."

Maldini spricht - und macht sich Sorgen

Doch was sagt eigentlich Maldini, der nach seinem Karriereende fleißig den Tennisschläger schwingt, seit 2015 Miteigentümer des Miami FC aus Florida ist und dessen legendäre Rückennummer 3 von Milan ausschließlich an einen seiner beiden Söhne Christian (12) oder Daniel (16) gegeben werden könnte? Der macht sich so seine Gedanken um das aktuelle Abschneiden der AC Milan, die nach tristen Jahren im Serie-A-Mittelfeld arg ergraut ist und sich immerhin unter Coach Gattuso für die Europa League qualifiziert hat.

Paolo Maldini

Jubel ohne Unterlass: Paolo Maldini. Getty Images

Dem Anlass seines 50. Geburtstages entsprechend stellte sich Paolo Maldini der "Gazzetta dello Sport" zu einem Gespräch und berichtet unter anderem, dass er sich Sorgen um die finanzielle Lage des Klubs mache und deswegen auch die Rückkehr von Barbara Berlusconi, 33-jährige Tochter von Patron Silvio (81), befürworte. Mit den aktuellen Besitzern sei er nämlich nicht einverstanden. Hintergrund sind unklare finanzielle Angelegenheiten, die jüngst die UEFA auf den Plan gerufen hat. "Als Fan bin ich beunruhigt", so Maldini, der allerdings auch an eine bessere Zukunft von Milan glaubt und hofft, dass die "UEFA das Interesse hat, ein starkes Milan wiederzusehen".

Ansonsten ist Paolo aktuell "Ex-Spieler, Ehemann, Vater und ein glücklicher Mensch". Nachdem er in seiner Laufbahn nur zwei Trikots anhatte, das von Milan und das der italienischen Nationalmannschaft, vermisse er zwar diverse Dinge am aktiven Dasein eines Fußballers - allerdings wisse er noch nicht, welche Rollen er künftig einnehmen könnte und auch mag. Angebote von Chelsea oder von der Squadra Azzurra (WM 2014) kamen zu früh. Ganz lossagen will er sich vom Fußball aber natürlich nicht: "Ich vermisse die Stadionatmosphäre, die Anspannung vor den Spielen." Wer weiß, was da noch kommt...

mag

Grande Serie A: Legenden, Kanoniere, Tifosi