Ein Gespräch über Verwässerung und Verbesserung

Adidas-Chef Rorsted: "Ich bin sehr beunruhigt"

Kasper Rorsted

Interview mit dem kicker: Kasper Rorsted. picture alliance

Als größter deutscher Sportartikelhersteller ist Adidas auch bei der WM als Ausrüster zahlreicher Teams dabei, und "die Nummer 1 im Fußball", wie Kasper Rorsted im Interview mit dem kicker versichert. Dass das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach, 2017 mit einem Umsatz von 21,218 Milliarden Euro, weniger Mannschaften betreut als zuletzt, ist auch ein Wink gegen die Entwicklung des Fußballs.

"Man darf Klasse nicht mit Masse vermischen", sagt Rorsted und meint gleichbedeutend auch eine angedachte Welt- sowie Superliga oder eine Weltmeisterschaft mit 48 Teams. "Ich befürchte, dass eine Übervermarktung und Verwässerung von Qualität langfristig ein Problem für den Fußball wird."

Die generelle Entscheidung der Erweiterung des Teilnehmerfeldes habe "die FIFA alleine, ohne uns zu fragen, umgesetzt. Und sie wusste sehr wohl, was unsere Meinung war. Wir hätten natürlich gerne etwas dazu gesagt, denn es gibt zwei Standpunkte; den kommerziellen und den emotionalen."

Der Däne, seit Kindheitstagen Fan des FC Bayern, fürchtet nicht nur um die Qualität der Bundesliga, sondern angesichts der Münchner Dominanz auch um die Vermarktungsmöglichkeiten. "Ich bin sehr beunruhigt, weil es keine Alternativen gibt." Besser wäre es für den Fußball, glaubt Rorsted, wenn es wie in den USA bessere Alternativen wie Football und Basketball gäbe. "Skifahren, Tennis oder Handball, völlig egal. Ich bin auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht so begeistert, weil sie die Verantwortung dafür mittragen."

Lesen Sie im aktuellen kicker, warum Rorsted die WM-Vergabe an die USA, Mexiko und Kanada 2026 befürwortet, wie Superstars die Vermarktung im Vergleich zu Teams fördern und weshalb die Champions League ebenso einen falschen Weg einschlägt.

mkr