Marokkos Stürmer trifft unglücklich ins eigene Tor

Pechvogel Bouhaddouz zwischen Traum und Albtraum

Aziz Bouhaddouz

Das darf doch wohl nicht wahr sein: Marokkos Angreifer Aziz Bouhaddouz nach seinem Eigentor. Getty Images

Es hätte ein schöner Tag im Leben von Aziz Bouhaddouz werden können. In der 77. Minute wurde der Angreifer vom FC St. Pauli beim Stand von 0:0 aufs Feld geschickt und betrat damit zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft die große Bühne. Mit der Einwechslung sei "ein Traum für ihn wahr geworden", gestand der Stürmer später.

Wie eng Freud und Leid manchmal beieinanderliegen, musste Bouhaddouz nicht einmal 20 Minuten später auf tragische Weise erfahren. Es lief die fünfte von sechs Minuten Nachspielzeit, als der 31-Jährige eine Freistoßflanke des Iran im eigenen Sechzehner mit dem Kopf klären wollte - den Ball jedoch unglücklich ins eigene Tor lenkte. "Am Ende war es für mich ein Albtraum", gestand ein geknickter Bouhaddouz. "Leider bin ich heute der Pechvogel, ich kann mich nur bei allen marokkanischen Fans entschuldigen."

Spielersteckbrief Bouhaddouz

Bouhaddouz Aziz

Trainersteckbrief Renard

Renard Hervé

Weltmeisterschaft - Vorrunde, 1. Spieltag
Weltmeisterschaft - Tabelle - Gruppe B
Pl. Verein Punkte
1
Iran
3
2
Portugal
1
Spanien
1

Selbst mit einem Unentschieden wäre ich nach diesem Spiel enttäuscht gewesen.

Marokkos Trainer Hervé Renard

So stand Marokko nach dem Auftaktspiel trotz einer durchaus ansprechenden Leistung mit leeren Händen da. "Natürlich bin ich sehr enttäuscht, so eine Niederlage ist grausam", erklärte Trainer Renard. "Selbst mit einem Unentschieden wäre ich nach diesem Spiel enttäuscht gewesen." Speziell in der Anfangsphase spielten die Nordafrikaner stark auf, ließen vor dem Tor jedoch die Kaltschnäuzigkeit vermissen. Nach der Pause mangelte es den "Löwen vom Atlas" gegen einen defensiven Iran an Durchschlagskraft.

Angesichts der anstehenden Spiele gegen die Favoriten Portugal (20.6.) und Spanien (25.6.), die sich am Abend 3:3 trennten , steht Marokko nun vor einer Herkulesaufgabe. "Wir haben noch zwei Spiele, da gibt es trotz der Gegner Hoffnung", erklärte Renard trotzig. In die gleiche Kerbe schlug auch Unglücksrabe Bouhaddouz: "Wir müssen zusammenrücken und eine Schippe drauflegen - dann hoffe ich, dass wir gegen Portugal gewinnen können."

jly

Bilder zur Partie Marokko - Iran