29-Jähriger hat in Piräus keinen Kredit mehr

Marin vor Wechsel zu Roter Stern

Nächster Stopp Belgrad? Marko Marin steht vor einem Wechsel zu Roter Stern.

Nächster Stopp Belgrad? Marko Marin steht vor einem Wechsel zu Roter Stern. imago

Seit 2016 spielt Marin in Griechenland bei Olympiakos Piräus, hat dort aber nach seinem Schwalbenskandal keinen Kredit mehr. Bei Apollon Smyrnis (0:1) war es in der Nachspielzeit zu einer Rudelbildung gekommen, dabei schob der Schiedsrichter Marin leicht weg, der sich daraufhin theatralisch zu Boden warf und nicht nur in Griechenland sowohl für Amüsement als auch Verwunderung sorgte. Danach fiel er bei den Kluboberen in Ungnade, allerdings dürfte auch der schwache Saisonverlauf eine große Rolle gespielt haben. Zwar kann sich seine persönliche Statistik (sieben Tore, drei Vorlagen in 23 Ligaspielen) durchaus sehen lassen, doch der Serienmeister beendete die Saison nur auf Platz drei - viel zu schlecht für die eigenen Ansprüche. Jetzt soll ein Umbruch her und diesem soll auch Marin zum Opfer fallen. Der 29-Jährige soll gehen und steht nun kurz vor einem Wechsel zu Roter Stern Belgrad.

Das Problem: Der Außenbahnspieler bezieht in Griechenland ein üppiges Jahresgehalt von 1,2 Millionen Euro. Eine Summe, die er in Serbien nicht verdienen würde. Von 600.000 bis maximal 800.000 Euro pro Jahr ist die Rede - in serbischen Medien wird sogar berichtet, dass der in Bosnien geborene Marin bereit wäre, Gehaltseinbußen hinzunehmen. In welcher Höhe, das ist allerdings nicht bekannt. Wohl auch deshalb erscheint ein Leihgeschäft am wahrscheinlichsten. Neben Roter Stern soll es auch Interessenten aus China geben, aber Marin, der serbische Wurzeln hat, präferiert Roter Stern. Inzwischen soll er sich auch schon in Belgrad zu Verhandlungen aufhalten.

Durchbruch in Gladbach - Marins Odyssee beginnt in London

Marin schaffte 2005 bei Borussia Mönchengladbach den Durchbruch in der Bundesliga und legte bei den Fohlen und später dann bei Werder Bremen eine steile Karriere hin. Zwischen 2005 und 2012 brachte er es auf 124 Bundesligaspiele und 12 Tore. In dieser Zeit schaffte der schnelle wie dribbelstarke Außen, der alle deutschen Junioren-Auswahlen durchlaufen hat, auch den Sprung in die A-Nationalmannschaft - 16 Länderspiele bestritt er für Deutschland und nahm mit der DFB-Elf an der WM 2010 in Südafrika teil.

Zum Karriereknick kam es jedoch als er nach England zum FC Chelsea wechselte. Bei den Blues konnte er sich nicht wirklich durchsetzen, wurde daraufhin immer wieder verliehen: Sevilla, Florenz, Anderlecht und Trabzonspor waren seine Stationen, ehe er die Londoner endgültig verließ und in Piräus anheuerte.

Trotz seiner durchwachsenen Vita hat Marin auch durchaus große sportliche Erfolge vorzuweisen: U-21-Europameister 2009, WM-Dritter 2010, Europa-League-Sieger 2012/13 (Chelsea) und 2013/14 (Sevilla) sowie Griechischer Meister 2016/17.

drm