Bundesliga

Bundesliga - Eintracht Frankfurts Gelson Fernandes vor dem Duell auf Schalke: "Mehr als 33 Sekunden wären nicht schlecht..."

Fernandes hofft nach Blitz-Rot auf mehr Spielzeit

"Mehr als 33 Sekunden wären nicht schlecht..."

Gelson Fernandes

Als er das letzte Mal auf Schalke zu Gast war: Gelson Fernandes. imago

Beim 3:0 gegen den HSV stand Fernandes als Sechser in der Startformation und machte seine Sache zumindest defensiv sehr ordentlich. 66,7 Prozent seiner Zweikämpfe konnte er für sich entscheiden, die Quote der bei den Mitspielern angekommenen Pässe liegt hingegen bei eher mäßigen 62,5 Prozent. Das ist nicht weiter verwunderlich, zählt der gepflegte Spielaufbau doch nicht gerade zu den Kernkompetenzen des Schweizer Nationalspielers. Mit seiner Lauf- und Kampfstärke kann er für die Mannschaft trotzdem wichtig sein. 13 Kilometer spulte er gegen den HSV ab - mehr als jeder andere Eintracht-Profi.

Ob Trainer Niko Kovac auch in Gelsenkirchen auf Fernandes setzen wird, weiß dieser natürlich noch nicht. "Ich mache mich bereit. Mehr als 33 Sekunden auf Schalke wären nicht schlecht...", sagt der defensive Mittelfeldspieler mit einem Schmunzeln. Beim Pokalhalbfinale hatte er nur 33 Sekunden nach seiner Einwechslung ein hartes Foul an Leon Goretzka begangen und dafür zunächst die Gelbe Karte gesehen. Nach Intervention des Videoassistenten gab es allerdings Rot.

Wir haben es verdient, in Europa zu sein.

Gelson Fernandes

Für die Eintracht geht es am letzten Spieltag um viel. Platz sechs ist möglich, falls Leipzig nicht gewinnt, Frankfurt könnte aber auch noch auf den neunten Rang durchgereicht werden. "Wir haben seit der Vorbereitung hart gearbeitet, alles gegeben und wollen nicht, dass uns jemand von unten unseren Platz wegnimmt", sagt Fernandes und bekräftigt: "Wir haben es verdient, in Europa zu sein." Um dieses Ziel zu erreichen, hat Kovac die Zügel im Training offenbar noch einmal angezogen. Da komplett hinter verschlossenen Türen trainiert wird, kann man das zwar nicht überprüfen, doch Fernandes erklärt: "Er verlangt jetzt viel, noch mehr. Unsere Spiele gegen Hertha und Bayern hat er nicht gerne gesehen, das hat er uns gesagt und im Video gezeigt - zu Recht, so können wir nicht auftreten. Aber momentan geben wir im Training Gas, das ist brutal."

Fernandes hat auch gegen Hamburg Defizite ausgemacht

Nach der Durststrecke in der Liga mit zwischenzeitlich fünf Spielen ohne Sieg stimmte gegen Hamburg zumindest die Einstellung wieder. "Spielerisch hätten wir es auch gegen den HSV besser machen können", räumt Fernandes ein. Er sagt aber auch: "Wir waren aggressiv, kampfstark und haben alles gegeben. Das ist unsere DNA. Danach kann auch das Fußballerische wieder besser werden, wir haben gute Spieler. Aber am Anfang musst du Gas geben. Ich weiß nicht, ob wir das in den letzten Wochen vergessen hatten - wenn du schon genug Punkte hast, ist es auch menschlich, dass du ein bisschen weniger machst. Doch wir können nicht weniger machen!"

Dass die Mannschaft in den vergangenen Wochen mit zunehmenden Spielverlauf müde wurde, führt der Mittelfeldspieler auf die Spielweise zurück. Um nicht immer mit hoher Intensität laufen zu müssen, sei mehr Ballbesitz erforderlich. "Wir müssen die Mischung finden", meint der 31-Jährige. Speziell im Pokalfinale gegen die scheinbar übermächtigen Bayern dürfte das jedoch kein leichtes Unterfangen werden.

Julian Franzke

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