Bundesliga

Dortmund: Favre ist der Top-Favorit

Schweizer hat in Nizza noch Vertrag bis 2019

Dortmund: Favre ist der Top-Favorit

Lucien Favre

Heißer Anwärter auf den Trainerstuhl in Dortmund: Lucien Favre. imago

Dass Peter Stöger in der kommenden Spielzeit nicht mehr Trainer in Dortmund sein wird, ist kaum mehr geheim zu halten. Auch wenn die offizielle Dortmunder Lesart davon nichts wissen will, mannschaftsintern scheint die Sache klar. So verriet Sebastian Rode unlängst bei "Sky", dass "wir fest davon ausgehen, dass wir in der kommenden Saison einen neuen Trainer haben werden". Der BVB wird den 27-jährigen Rode für diese Aussage "sanktionieren", wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gegenüber dem kicker bestätigte.

In Dortmund läuft es derzeit nicht rund, das zeigte sich nicht zuletzt beim 1:2 gegen Mainz, dem letzten Heimspiel der Saison. Nach Abpfiff wurden die Spieler von den eigenen Fans aufgrund ihrer indiskutablen Leistung lautstark ausgepfiffen. Zu groß war wohl die Enttäuschung. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Mannschaft in dieser Spielzeit zu wankelmütig war.

Und dennoch: Die Champions League, das anvisierte Ziel, ist in greifbarer Nähe, allerdings muss der finale Schritt in Hoffenheim gegangen werden. Zwar sieht es bei drei Punkten Vorsprung und eines um sechs Treffer besseren Torverhältnisses auf den Tabellenfünften Bayer Leverkusen gar nicht so schlecht aus, in Dortmund ist man dennoch besorgt. Auch weil das einzig Beständige in diesem Jahr die Unbeständigkeit war. Sollte die Champions League verpasst werden, so wäre das ein schwerer Schlag für das Prestige des Klubs.

Der Plan: Neuaufbau mit Favre am Ruder

Unabhängig davon müsste 2018/19 der dringend benötigte Neuaufbau eingeleitet werden. Das Ruder übernehmen soll dabei, wie vom kicker schon vor Wochen berichtet, Lucien Favre. Eine offizielle Bestätigung seitens des Vereins oder gar des Schweizers gibt es bislang nicht. Dem Vernehmen nach soll Favres Wechsel nach Saisonende, vielleicht sogar erst im Juni bekanntgemacht werden. Darüber kann also nur spekuliert werden - und Spekulationen "kommentiert" Borussia Dortmund prinzipiell nicht.

Der 60-Jährige hat bei OGC Nizza noch einen Vertrag bis 2019 - kann aber dank einer Ausstiegsklausel vorzeitig gehen. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Eidgenosse auf dem Wunschzettel der Borussen gestanden, und zwar als Nachfolger von Thomas Tuchel. Doch Nizza verweigerte die Freigabe, und Peter Bosz kam zum BVB. Ob es diesmal klappt? Klar ist: Der 60-Jährige spielte mit Nizza nicht mehr ganz so stark wie 2016/17, als OGC am Ende Dritter wurde. Trotzdem haben die Südfranzosen auch in diesem Jahr die Chance, sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Der Rückstand auf Platz 5 beträgt bei noch zwei ausstehenden Spielen drei Punkte.

Favre hat sich in der Bundesliga bereits bewiesen

Klar ist auch: Favre hat sich in der Bundesliga bereits bewiesen. Der Schweizer feierte sowohl mit Hertha BSC als auch Borussia Mönchengladbach Erfolge. In Berlin wirkte er von 2007 bis September 2009 und hat mit 32 Siegen, 14 Unentschieden und 29 Niederlagen eine positive Bilanz vorzuweisen - seine beste Tabellenplatzierung mit der Alten Dame hatte er 2008/09 mit Platz 4 zum Abschluss. Nach sechs Liga-Niederlagen in Folge sowie einem frühen Pokal-Aus zu Beginn der Saison 2009/10 folgte jedoch die Trennung.

Im Februar 2011 übernahm er Borussia Mönchengladbach in akuter Abstiegsnot und schaffte danach über den Umweg Relegation zum Leidwesen des VfL Bochum den Klassenerhalt. Im Jahr darauf führte er die Fohlen auf Platz 4, scheiterte jedoch in der Qualifikation zur Champions League an Dynamo Kiew. 2014/15 klappte es dann aber mit der Königsklasse, und das mit teils sehr ansehnlichem Fußball. 2015 geriet die Maschinerie allerdings ins Stocken - und Favre trat nach einem verkorksten Saisonstart mit fünf Niederlagen in Serie von selbst zurück. Seine Bundesliga-Bilanz in Gladbach ist dennoch positiv: 70 Siege, 38 Remis, 45 Niederlagen.

drm

Die Vertragslaufzeiten der BVB-Profis