Mit Ernst fehlt der stärkste Fürther im Finale in Heidenheim

"Gefühlte Niederlage": Das große Zittern in Fürth geht weiter

Sebastian Ernst und Julian Green (re.)

Enttäuschte Fürther: Sebastian Ernst und Julian Green (re.) nach dem 2:2 gegen Duisburg. imago

Das große Zittern geht weiter. Nach dem enttäuschenden Remis gegen Duisburg hat Greuther Fürth nach 33 Spieltagen zwar ordentliche 39 Punkte gesammelt, doch in dieser verrückten Zweitliga-Saison bedeutet dies eben mitnichten den Klassenerhalt. Vielmehr noch: Der Primus der ewigen Zweitliga-Tabelle rutschte erstmals seit Wochen wieder auf einen direkten Abstiegsrang ab.

"Die Enttäuschung ist natürlich riesig", sagte Kapitän Marco Caligiuri, der die Franken mit seinem vierten Saisontor Sekunden vor dem Pausenpfiff in Führung gebracht hatte, nach Spielende bei Sky. Nach Wiederanpfiff hatten die Hausherren das Geschehen eine Viertelstunde voll im Griff - um dann binnen 120 Sekunden zweimal bis ins Mark erschüttert zu werden. Nachlässige Abwehrarbeit gewährte dem MSV Tore durch Borys Tashchy (62.) und Cauly Oliveira Souza (64.).

Ernst krönt starke Vorstellung mit dem 2:2

Aus dem Spiel heraus ging insgesamt wenig bei Fürth, erst recht nach dem Rückstand. Wie schon beim 1:0 musste eine Standardsituation herhalten, um noch einmal durchzukommen. Gäste-Schlussmann Daniel Davari setzte mit einer missglückten Faustabwehr Sebastian Ernst in Szene, der seine starke Vorstellung mit einer satten Direktabnahme unters Tordach zum 2:2 krönte (75.).

Bitter, dass der an diesem Tag beste Fürther wegen seiner fünften Gelbe Karte am 34. Spieltag fehlen wird, wenn es für das Kleeblatt um alles geht. Am Ende musste sich Fürth mit dem 2:2 abfinden, weil die zündenden Ideen bis zum Schlusspfiff fehlten. "Wir müssen mit dem Punkt heute leben und alles dran setzen, in Heidenheim nächste Woche zu gewinnen", führte Caligiuri weiter aus.

Zwei Monate nach dem Derbysieg droht der Absturz

Drei Unentschieden bei zwei Niederlagen brachte die SpVgg in den vergangenen fünf Spielen zustande. Ausgerechnet im Saisonendspurt bleiben nach einem Zwischenhoch gekrönt durch den Derbysieg Anfang März bei Aufsteiger 1. FC Nürnberg also die Resultate aus. Auch auf die zuvor gezeigte Heimstärke war zuletzt nicht mehr Verlass (0/2/1).

Immerhin stimmte im Vergleich zum St.-Pauli-Spiel (0:3) die Einstellung vor 12.380 Zuschauern. "Wir haben viel Herz und Leidenschaft gezeigt", lobte Trainer Damir Buric, der in diesem wichtigen Spiel auf die Routiniers Roberto Hilbert und Jurgen Gjasula verzichtet hatte. "Das war heute ein Duell auf Augenhöhe." Auch der MSV, obwohl schon gerettet, habe "heute richtig gekämpft". Trotz gutem Gegner und einem guten Spiel "ist es wie eine gefühlte Niederlage", so Burics Fazit.

Weil Darmstadt 98 in Regensburg mit 3:0 gewann, wird der 34. Spieltag nun zum reinen Nervenspiel inklusive Rechenschieberei. Fürth (39 Punkte) wäre mit einem Sieg in Heidenheim (41) direkt gerettet - das Kleeblatt ist wohlgemerkt Letzter der Auswärtstabelle (1/5/10) -, ein Unentschieden könnte Rettung, Relegation sowie den direkten Abstieg bedeuten. Abhängig davon, wie die Konkurrenz aus Aue (40, in Darmstadt, 40) und Braunschweig (39, in Kiel) spielt. Bei einer Niederlage wäre der Direktabstieg besiegelt. Das große Zittern am Sportpark Ronhof geht weiter.

aho