Bundesliga 2005/06, 29. Spieltag
15:54 - 25. Spielminute

Gelbe Karte
Quiroga
Wolfsburg

16:33 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Rahn
für Evanilson
Köln

16:50 - 62. Spielminute

Spielerwechsel
Helmes
für Feulner
Köln

16:52 - 64. Spielminute

Spielerwechsel
Marlet
für M. Hanke
Wolfsburg

16:58 - 71. Spielminute

Spielerwechsel
Lamprecht
für Menseguez
Wolfsburg

17:00 - 73. Spielminute

Spielerwechsel
Epstein
für Streit
Köln

17:05 - 77. Spielminute

Tor 1:0
Scherz
Rechtsschuss
Vorbereitung Podolski
Köln

17:07 - 78. Spielminute

Tor 2:0
Helmes
Rechtsschuss
Vorbereitung Scherz
Köln

17:09 - 80. Spielminute

Gelbe Karte
Cabanas
Köln

17:10 - 81. Spielminute

Tor 3:0
H. Sarpei
Eigentor, Brust
Vorbereitung Epstein
Köln

17:13 - 84. Spielminute

Gelbe Karte
Hoogendorp
Wolfsburg

17:13 - 85. Spielminute

Gelbe Karte
Jentzsch
Wolfsburg

KOE

WOB

29. Spieltag, 1. FC Köln - VfL Wolfsburg 3:0 (0:0)

Joker Helmes stellt die Weichen auf Sieg

Nach dem überraschenden 2:2 in München musste FC-Coach Hanspeter Latour seine Startelf auf einer Position umstellen. Für den Gelb-gesperrten Lell kam Evanilson im rechten Mittelfeld von Beginn an zum Einsatz. Auch "Wölfe"-Trainer Klaus Augenthaler stellte seine Anfangsformation gegenüber dem 1:1 gegen Duisburg um. Für Rotsünder Klimowicz stürmte Hoogendorp neben Hanke. Zudem ersetzte Sarpei nach abgesessener Gelbsperre Lamprecht im linken Mittelfeld.


Der 29. Spieltag im Überblick


Die Begegnung im RheinEnergie Stadion begann verheißungsvoll, da die Hausherren von Beginn an viel Druck auf die Gäste-Abwehr ausübten und so auf einen frühen Treffer drängten. Doch bis auf einen ersten Kopfballversuch von Scherz, der nach einer Ecke von Streit über das Wolfsburger Gehäuse zielte (4.), blieben die Bemühungen der Kölner nur Stückwerk. So ebbte die Auftaktoffensive der Gastgeber nach nur wenigen Minuten wieder ab und beide Teams neutralisierten sich in der Folgezeit gegenseitig. Die Wolfsburger versuchten über viele Stationen im Mittelfeld die nötige Ballsicherheit zu erlangen, nach vorne ging bei den Gästen bis auf einen harmlosen Distanzschuss von Hoogendorp (8.) allerdings gar nichts. In der 10. Minute zappelte das Leder zwar das erste Mal im Gehäuse der "Wölfe", Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied nach einer Flanke von Feulner allerdings folgerichtig auf Abseits, da gleich drei Kölner näher zum Tor standen als der letzte Mann der Gäste. Nach einer gespielten Viertelstunde verschlechterte sich das Niveau zusehends. Beide Mannschaften taten sich im Spielaufbau äußerst schwer, vor allem weil auch die nötige Laufbereitschaft im Mittelfeld fehlte. Wenn die Kölner mal in die Nähe des Wolfsburger Strafraumes kamen, passierte dies meist über die Außenbahnen. Doch auch diese Strategie verfolgten die Latour-Schützlinge viel zu selten, so dass sie bei den häufigen Versuchen durch die Mitte im dichten Abwehrbollwerk der Gäste hängen blieben. Kein Tempo, kein Spielwitz und keine konstruktiven Ideen auf beiden Seiten spiegelte die prekäre Situation beider Mannschaften im Abstiegskampf wider. Die Zuschauer waren letztlich erleichtert, als der Unparteiische Wolfgang Stark in die Kabinen bat, denn die Leistung beider Teams ließ für ein Abstiegsduell zu diesem Zeitpunkt erheblich zu wünschen übrig.

Auch der zweite Durchgang begann äußerst beschwerlich, die Einwechslung von Rahn für Evanilson konnte zunächst nicht die erwünschte Besserung bewirken. Streit übernahm jetzt die rechte Außenbahn, so dass Rahn auf links agierte. Auch die Anfangsphase nach Wiederanpfiff verstrich ohne jegliche Torraumszenen. Erst in der 58. Minute eröffneten die Hausherren eine kleine Drangphase, in der Nationalstürmer Podolski gleich zu drei Möglichkeiten kam. Doch der Kölner zielte jeweils um einige Zenitimeter am Wolfsburger Gehäuse vorbei (58., 60., 63.), so dass es zunächst beim torlosen Unentschieden blieb. Wolfsburg war jetzt aber gewarnt und versuchte, die Angriffe der Domstädter durch eigene Vorstöße zu bremsen. Einer entwickelte sich zur bis dato besten Einschussmöglichkeit der Begegnung. Karhan hob die Kugel gefühlvoll in den Strafraum zu Hristov, der mit seinem Volleyschuss aus kurzer Distanz allerdings nur den Außenpfosten traf (68.). In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse zu Gunsten der Kölner, die durch die Einwechslungen der beiden Youngster Helmes und Epstein den entscheidenden Schub erhielten. Zunächst war es aber Podolski, der nach Scherz-Zuspiel aus gut zwanzig Metern abzog. VfL-Keeper Jentzsch konnte den Ball nur zur Seite abklatschen lassen, wo Scherz stand und mühelos zur Führung einschob (77.). Lediglich eine Zeigerumdrehung später musste Jentzsch das Spielgerät erneut aus dem eigenen Netz holen. Diesmal grätschte Scherz den Ball in den Lauf von Helmes, der Jentzsch mit einem satten Rechtsschuss ins lange Eck keine Abwehrchance ließ (78.). Wolfsburg war jetzt völlig aus dem Konzept gebracht, und das nutzten die Kölner schamlos zum dritten Treffer aus. Epstein flankte von der linken Seite scharf in die Mitte, wo das Leder Sarpei gegen die Brust sprang und von dort ins eigene Tor flog (81.). In der Schlussphase hätte der Sieg der Latour-Elf sogar noch höher ausfallen können, die "Geißböcke" scheiterten aber bei guten Möglichkeiten an Schlussmann Jentzsch.

Der 1. FC Köln feiert mit dem 3:0 über den VfL Wolfsburg nach knapp sieben Monaten wieder den ersten Heimsieg und kann im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal hoffen. Für Wolfsburg hingegen wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner, lediglich die Lauterer Niederlage hält die Niedersachsen über dem ominösen Strich.