Überblick: Zehn Mannschaften im Abstiegskampf

Club steigt auf, Kiel Dritter, Eintracht und Fürth in Not

Nürnberg führt dank Kapitän Behrens, Darmstadt jubelt nach Jones' Freistoßtor in Regensburg.

Nürnberg führt dank Kapitän Behrens, Darmstadt jubelt nach Jones' Freistoßtor in Regensburg. Getty Images/imago

Kapitän Behrens und Leibold führen Nürnberg zurück in die Bundesliga

Der 1. FC Nürnberg hat am Sonntagnachmittag die Rückkehr in die Bundesliga geschafft. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner holte mit dem 2:0 in Sandhausen die letzten notwendigen Zähler und steigen zum achten Mal(Rekord) ins Oberhaus auf. Rund achttausend Anhänger des FCN machten die Partie am Hardtwald zu einem Heimspiel. Behrens brachte die Nürnberger mit seinem Kopfballtreffer auf die Siegerstraße – es war der 14. Saisontreffer für den Club- Kapitän. Den Endstand besorgte Leibold. Unabhängig vom Ausgang der Partie in Düsseldorf, wo das drittplatzierte Holstein Kiel antrat, ist Nürnberg damit am Ziel. Im ersten Durchgang waren die Gäste klar spielbestimmend und belohnte sich auch mit der Führung, doch mit der zweiten Hälfte kam ein Bruch ins Spiel des FCN. Sandhausen wurde stärker, doch konnte der SVS der Nürnberger Abwehr kaum gefährlich werden.

Alleiniger Rekordaufsteiger: 1. FC Nürnberg ist wieder Bundesligist

Remis in Düsseldorf - Fortuna nicht mehr Spitzenreiter

Einen Nebeneffekt hatte das Duell am Rhein aber doch. Weil die Düsseldorfer als bereits feststehender Aufsteiger seit dem 32. Spieltag gegen die Störche nur 1:1 spielten, verliert die Fortuna ihren Spitzenplatz an Nürnberg. Zum Saisonausklang treten die beiden Direkt-Aufsteiger zum Endspiel um die Zweitliga-Meisterschaft an. In der Anfangsphase zeigten die Kieler deutlich mehr Zug zum Spiel, waren feldüberlegen, doch mit zunehmender Spieldauer fand die Funkel-Elf zurück ins Spiel und gestaltete die Partie ausgeglichener. In Hälfte zwei fielen dann auch Tore: Erst besorgte Raman den verdienten Führungstreffer für die Fortuna, doch Ducksch glich sehenswert aus.

Union gerettet - Bochum hakt Platz drei ab

Union Berlin hat sich aus dem Abstiegskampf verabschiedet und Gegner VfL Bochum kann die Gedanken an Platz drei in die Schublade packen. Die Eisernen besiegten die Westdeutschen mit 3:1. Die entscheidenden Treffer fielen zum Ende und zum Beginn der jeweiligen Halbzeiten. Erst brachte Redondo die Unioner in Führung (45.), dann besorgte Bochums Danilo per Eigentor das 2:0. In der Schlussphase brachte Hinterseer die Bochumer nochmal ran, aber zu einem Punkt reichte es nicht mehr, den Union machte dann noch das 3:1 durch Skrzybski.

St. Pauli erhält die Klasse

St. Pauli rettete sich durch das 1:0 gegen Bielefeld - Park war der Matchwinner.

St. Pauli rettete sich durch das 1:0 gegen Bielefeld - Park war der Matchwinner. picture-alliance

Der FC St. Pauli hat den Klassenerhalt gesichert. Die Hamburger feierten im letzten Heimspiel ein 1:0 über Arminia Bielefeld, das der Kauczinski-Elf vor dem letzten Spieltag ein Vier-Punkte-Polster auf den Relegationsrang beschert. Schütze des Goldenen Tores war Park, der in der 39. Minute frech durch den Strafraum dribbelte und DSC-Schlussmann Ortega ebenso frech aus spitzem Winkel mit einem Schuss aufs kurze Eck überwand.

Darmstadt klettert aus dem Keller

Im Kampf um den Klassenerhalt ist der SV Darmstadt 98 der große Gewinner des 33. Spieltags. Die Lilien mussten als Gast des SSV Jahn Regensburg zunächst ein paar heikle Situationen überstehen, insbesondere Grüttner hätte die Oberpfälzer in Führung bringen können. Das Tor machte in der 29. Minute aber Darmstadts Jones mit einem direkt verwandelten Freistoß. Ji legte für die Südhessen im zweiten Durchgang das 2:0 nach, nur wenig später machte Kempe mit dem 3:0 alles klar (68., 73.). Das zehnte Spiel in Folge ohne Niederlage lässt den SV 98 einen großen Sprung machen: Von Platz 17 geht es hoch auf die 14.

Sturzflug hält an: Fürth rutscht auf Platz 17 ab

Lange Gesichter in Fürth: Keeper Burchert und Kapitän Caligiuri.

Lange Gesichter in Fürth: Keeper Burchert und Kapitän Caligiuri. imago

Neu auf Abstiegsrang 17 ist die SpVgg Greuther Fürth. Dabei gingen die Franken kurz vor der Pause durch Kapitän Caligiuri in Führung, gaben das Spiel innerhalb von zwei Minuten aber aus der Hand, ohne dass sich das zuvor angedeutet hätte: Tashchy erzielte nach Wiegel-Vorlage das 1:1 (62.), Oliveira Souza profitierte nur zwei Minuten später von einer Stoppelkamp-Vorarbeit. Der Schock saß tief, aber die SpVgg kam zumindest noch zum 2:2: Nachdem MSV-Keeper Davari eine Faustabwehr missglückt war, setzte Ernst den Ball in die Maschen.

Plötzlich Platz 16: Braunschweig muss zittern

Tiefer im Abstiegssumpf steckt auch Eintracht Braunschweig fest: Die Niedersachsen lieferten sich mit dem FC Ingolstadt einen Kampf, in dem spielerische Elemente nur selten auftauchten. Für die Weichenstellung war dann auch ein individueller Fehler verantwortlich: Eintracht-Schlussmann Fejzic wollte in der 56. Minute einen weiten Nyland-Abschlag volley klären - das misslang, Leipertz kam an die Kugel und traf ins verwaiste Tore. Lieberknecht wechselte mit Hofmann für Sauer offensiv, doch Kutschkes Treffer zum 2:0 für den FCI sorgte auf der Gegenseite für die Entscheidung. Während Ingolstadt den Klassenerhalt fixierte, rutschte der BTSV auf Platz 16 ab.

Vom Stuhl gekippt: Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht fassungslos nach dem Rückschlag gegen Ingolstadt.

Vom Stuhl gekippt: Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht fassungslos nach dem Rückschlag gegen Ingolstadt. imago

Torlos in Aue: FCE und Dynamo bleiben in Gefahr

Unmittelbar oberhalb der gefährlichen Ränge liegt der FC Erzgebirge Aue. Der FCE verpasste es im torlosen Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden allerdings, sich vor dem letzten Spieltag einen Puffer zu verschaffen. Beiden Teams war eine gewisse Verunsicherung anzumerken, Risikovermeidung dominierte, so dass das 0:0 am Ende das folgerichtige Resultat war. Nazarov hatte für Aue in der Nachspielzeit den "Lucky Punch" vor Augen, scheiterte aber an SGD-Keeper Schwäbe. So läuft auch Dynamo - aktuell 13. - am letzten Spieltag noch Gefahr, zumindest auf den Relegationsrang zurückzufallen.

Lautern-Heimsieg hält Heidenheim in der Verlosung

Der bereits abgestiegene 1. FC Kaiserslautern hat gegen den 1. FC Heidenheim einen 1:0-Sieg eingefahren und den FCH damit im Gefahrenbereich gehalten. Wie Dresden steht Heidenheim bei 41 Punkten, weil Andersson in der 68. Minute für den FCK eiskalt vor dem Tor blieb und den Heimsieg der Roten Teufel im vorerst letzten Zweitliga-Heimspiel sicherte.

bst/bru