Kommentar von kicker-Redakteur Toni Lieto

Meyer trägt das Macht-Spiel seines Beraters aus

Max Meyer

Schießt scharf gegen die Vereinsführung von Schalke 04: Max Meyer. imago

Trainer Domenico Tedesco hat vor der Saison gesagt, für Max Meyer könnte es eng werden mit Spielzeiten. Das hatte aber nichts mit Meyer persönlich zu tun, sondern mit Tedescos Spielidee. Coke, Johannes Geis und sogar Kapitän Benedikt Höwedes bekamen ähnlich offene Worte zu hören wie Meyer. Sie gingen, Meyer blieb - und Tedesco suchte nach einer Möglichkeit, den quirligen Offensivspieler zu integrieren. Es gelang. Meyer etablierte sich als Sechser. Sieht so Mobbing aus?

Schalke machte Meyer eine überaus lukrative Offerte. Fünf Millionen Euro hätte der U21-Europameister bei einer Vertragsverlängerung verdienen können. Mehr als jeder andere Schalker. Sieht so Mobbing aus?

Spielersteckbrief M. Meyer

Meyer Max

FC Schalke 04 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1904

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Das Problem: Schalke hatte Leon Goretzka zuvor ein noch viel besseres Angebot gemacht. Der Nationalspieler hätte das Doppelte einstreichen können. Das stieß Meyer, dem seit Jahren Selbstüberschätzung nachgesagt wird, offenbar sauer auf.

Wittmann als treibende Kraft

Oder besser: seinem Berater Roger Wittmann. Er gilt als treibende Kraft hinter Meyer. Bei genauerer Betrachtung ließ es nicht Meyer auf eine Eskalation der Lage zwischen Spieler und Schalke ankommen, sondern der Berater. Wittmann ging den Klub öffentlich an ("Zwei Emails reichen nicht aus..."), Wittmann sagte ein anberaumtes Treffen mit der Vereinsspitze laut Boss Clemens Tönnies kurzfristig ab, und Wittmann gilt als Drahtzieher des Bild-Interviews, das nun diese hohen Wellen schlägt.

Wittmann feuert, so gut (respektive schlecht) es geht. Wenn Experte Mario Basler wie am Sonntag in einer Talksendung bei Sport1 scharfe Worte wählt ("Ich finde es lächerlich, wenn ein Manager einem Spielerberater per Email ein Vertragsangebot macht und nicht persönlich mit ihm oder dem Spieler redet"), die gut und gerne auch aus dem Munde von Wittmann hätten stammen können, kommt das nicht von ungefähr: Baslers Frau Iris ist Wittmanns Schwester.

Meyer lässt sich vor den Karren spannen

Das Tischtuch zwischen Wittmann und Schalke war längst zerschnitten, nun ist es das auch zwischen Meyer und seinem Ausbildungsverein. Der U-21-Europameister macht das Macht-Spiel zwischen Wittmann und Schalke im Allgemeinen und Sportvorstand Christian Heidel im Besonderen mit. Der 22-Jährige lässt sich vor den Karren spannen und schadet damit sich selbst erheblich. In der Gunst der Fans ist er in rekordverdächtiger Zeit tief gesunken. Und die Suche nach einem neuen Arbeitgeber wird nicht einfacher, wenn er seinen aktuellen des Mobbings bezichtigt.

Am Montagabend hat der Verein nun auf die verbalen Attacken reagiert und Meyer rausgeworfen. Es war der einzig logische Schritt.

kicker-Redakteur Toni Lieto

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