Bundesliga

"So geht Mainz": Schwarz adelt Baku und die Fans

Rettungstat von Verteidiger Hack als "Schlüsselmoment"

"So geht Mainz": Schwarz adelt Baku und die Fans

Premierentor: Nach dessen 3:0 stürmten auch Trainer und Sportvorstand in Richtung des Mainzer Debütanten Ridle Baku.

Premierentor: Nach dessen 3:0 stürmten auch Trainer und Sportvorstand in Richtung des Mainzer Debütanten Ridle Baku. imago

Die Mainzer haben am Sonntag eine große Chance im Abstiegskampf genutzt und einen unerwartet deutlichen 3:0-Sieg gegen RB Leipzig eingefahren . Für die Sachsen waren es bereits die Gegentore Nummer 16, 17 und 18 in den letzten fünf Pflichtspielen. Der FSV feierte und tanzte nach Schlusspfiff, Sandro Schwarz trat mit einem breiten Grinsen vor die "Sky"-Kameras: "Ich glaube, dass es überragend war."

Vor der Pause hätte seine Mannschaft auch "ein bisschen Glück" gehabt: "Die eine oder andere Szene mussten wir überstehen. Da hat RB einfach eine unfassbar gute Qualität." Für ein Tor reichte diese aber nicht. Nach 29 Minuten ging dann sogar der FSV in Führung, weil Pablo De Blasis das "Geschenk" von Referee Bastian Dankert annahm und einen unberechtigten Elfmeter zum 1:0 verwandelte. "Das war der Dosenöffner", erklärte der überragende Alexander Hack, der nach elf Minuten einen Schuss von Timo Werner sensationell von der Linie gekratzt hatte.

Schwarz führte in seiner Analyse aus: "Die zweite Hälfte war dann überragend, wir haben keine richtige Torchance mehr zugelassen und hatten selbst viele Balleroberungen. Der Sieg war dann auch verdient." Die Rettungstat von Hack bezeichnete er als "Schlüsselmoment". Großes Lob, das sich auch die Fans seiner Meinung nach verdient hatten: "Was das Publikum heute fabriziert hat, war sensationell. So geht Mainz 05 - das war eine Akustik, eine Lautstärke. Ich glaube, dass es heute ein wichtiger Sieg war. Trotz allem haben wir noch zwei Spiele, um das ganze Ding nach Hause zu fahren", so Schwarz.

Schröder gesteht: "Das war heute Gänsehaut pur"

Ähnlich sah es Sportvorstand Rouven Schröder: "Großes, großes Kompliment an die Fans. Das war heute Gänsehaut pur. Wir haben hinten raus verdient gewonnen." Eine besondere Geschichte schrieb auch Ridle Baku, der im zentralen Mittelfeld sein Bundesliga-Debüt feierte. In der Anfangsphase war ihm noch ein katastrophaler Fehlpass unterlaufen, kurz vor Schluss besorgte er mit einem tollen Sprint und kaltschnäuzigem Abschluss den 3:0-Endstand.

"Das ist sensationell. So eine Entwicklung im Spiel zu nehmen, das ist bemerkenswert. In seinem ersten Bundesligaspiel, wo vielleicht zu Beginn die Dinge noch nicht so funktionieren, gegen einen sehr guten Gegner, sich so reinzubeißen", lobte Schwarz: "Ich finde, das ist das größte Kompliment für einen jungen Spieler überhaupt. Das Tor war der i-Punkt." Auch Schröder hob den 20-Jährigen hervor. "Es ist symptomatisch wie sich Ridle Baku, der schwer reingekommen ist, freigeschwommen hat."

Ganz kurios: Baku befand sich am Morgen eigentlich bereits mit der Mainzer U 23 auf dem Weg nach Freiburg, wo er aber nie ankam. "Ich habe an einer Autobahnraststätte erfahren, dass ich aus dem Bus aussteigen soll." Mit dem Auto ging es zurück nach Mainz, wo er im Hotel von Schwarz eine kurze taktische Einweisung für das Spiel erhielt. "Ich habe erst einmal 45 Minuten gebraucht, um zu wissen, wo ich bin", erzählte der Mittelfeldspieler.

Plötzlich Einheizer im Block

Etwas unbeholfen stand Baku nach Schlusspfiff mitten im Fanblock und heizte Fans wie Mitspielern am Mikrofon ein: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Unglaublich. Für mich ist das heute der perfekte Tag." Schwarz wollte nicht ausschließen, dass das Talent im Schlussspurt noch einmal zum Einsatz kommt. Kein Wunder: Baku hatte im DFB-Pokal für die Profis debütiert, nun auch erstmals Bundesliga-Luft geschnuppert - und der FSV beide Male gewonnen.

msc

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - RB Leipzig