Horn hadert mit verpatzten Endspielen - Hector sprachlos

Kölner Abstieg: "Es ist eine vollkommene Leere"

Jonas Hector

Pure Enttäuschung nach dem feststehenden Abstieg: Kölns Jonas Hector. imago

Als hätte er es geahnt, was da noch einmal auf ihn zukommen wird, hatte Horn seine Mannschaft in der dreiminütigen Nachspielzeit lautstark nach hinten beordert. Der eingewechselte Claudio Pizarro hatte wenige Augenblicke zuvor das 3:2 für den FC liegen gelassen, da stürmten die Freiburger nach vorne, bekamen einen Freistoß zugesprochen, der über Umwege bei SC-Stürmer Lucas Höler und eine Millisekunde später im Netz landete. Statt Jubel auf der einen, herrschte große Tristesse auf der anderen Seite. Denn spätestens mit dem 2:3 für die Breisgauer stand der Kölner Abstieg fest. "Es ist eine vollkommene Leere", sagte Horn nach dem Schlusspfiff am "Sky"-Mikrofon. Auch Jonas Hector fand nach dem Spiel kaum Worte und zeigte sich enttäuscht - auch wenn der Abstieg abzusehen war. "Bitter war es schon gegen Schalke letzte Woche", so Horn, "als auch so ein bisschen der letzte Funke Hoffnung geschwunden war."

Es tut natürlich trotzdem sehr, sehr weh, weil gefühlt mehr hätte gehen können.

Stefan Ruthenbeck über den absehbaren Abstieg

Trotzdem hatte sich der FC im Schwarzwaldstadion auch beim Stand von 0:2 nicht aufgegeben, wenngleich die ganz große Schlussoffensive ausgeblieben und der Anschlusstreffer durch Leonardo Bittencourt wie aus dem Nichts gefallen war. Die Hoffnungen, den Abstieg zumindest am 32. Spieltag zu verhindern, hatte aber in der Schlussphase noch einmal Aufschwung erhalten, als Bittencourt ein zweites Mal zur Stelle gewesen war. "Der Wille war nie ganz gebrochen", sagte Horn. "Unter dem Strich haben wir in dieser Saison aber einfach viel zu viele Fehler gemacht." Ein kleines Happy End war dem FC verwehrt, auch weil der Sport-Club mit Blick auf die eigene Ausgangslage im Abstiegskampf den dritten Treffer und damit drei wichtige Punkte erzwungen hatte.

Horn denkt an das Mainz-Spiel

Den Spielverlauf bezeichnete Horn, der im ersten Durchgang sogar einen Strafstoß gehalten hatte, als "i-Tüpfelchen auf einer völlig verkorksten Saison", wollte den Abstieg aber nicht allein mit dem 2:3 im Breisgau erklären. "Wir hatten genug Endspiele, zum Beispiel zuhause gegen Mainz. Da hätten wir noch einmal richtig herankommen können. So war es irgendwie, dass man sich Woche für Woche über Wasser halten musste." Cheftrainer Stefan Ruthenbeck fügte an: "Wir sind alle gefasst. Aber es tut natürlich trotzdem sehr, sehr weh, weil gefühlt mehr hätte gehen können."

"Dann werden wir wieder angreifen"

Der Fokus gilt nun der kommenden Zweitliga-Saison, in der Horn aber - wie in dieser Woche verkündet - weiterhin das Kölner Trikot tragen wird. "Meine Entscheidung habe ich unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit getroffen. Mein Herz hängt am FC, wie bei vielen anderen in der Truppe", sagte der gebürtige Kölner, der auf den Verbleib weiterer Teamkollegen hofft. "Dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen. Und eines kann ich schon versprechen: Wir werden zurückkommen."

pau

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