Kapitän und Anführer - auf und neben dem Platz

Sergio Ramos: Reals unverzichtbarer Anführer

Sergio Ramos

Der Leader: Sergio Ramos beim 1:1 von Marcelo. Getty Images

Natürlich die Königlichen. 150 Siege in der Champions League. Wer, wenn nicht die Dominatoren Europas schafften nun als erste diese Marke. Und das mit einem Sieg in der Allianz Arena , von wegen "Bestia Negra" Bayern München. Am Ende stand der dritte Sieg in Folge in München. Kapitän Sergio Ramos hatte zuvor das ganz große Fass aufgemacht.

"Es hieß, man könnte das nicht schaffen. Bis wir es schafften", hatte der 32-Jährige im Vorfeld des Duells erklärt und auf die Titelverteidigung in der Champions League abgezielt, den historischen Triumph der Königlichen 2017. Und Ramos, so hart gegen sich wie gegen den Gegner, stellte gleich auch eine Forderung an sein Team, an Cristiano Ronaldo, Toni Kroos oder Marcelo: "Lasst uns weiter Geschichte schreiben. Lasst uns weiter unsere Geschichte schreiben." Das alles ist nur auf ein Ziel gemünzt: den Hattrick in der Champions League.

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Warum ist immer die Rede von Neymar, von Lewandowski, von Salah?

Ramos vermisst das Vertrauen

Es wäre der vierte Titel in fünf Jahren - und den Grundstein dazu haben sie am Mittwoch in München gelegt. Voran ging: Sergio Ramos. Auf dem Platz als Turm in der Abwehr gegen die sich ein großes Chancenplus erarbeitenden Münchner.

Ist der Weltklasseverteidiger mit von der Partie, leidet der Gegner. Fehlt er, leidet Real - wie beim 1:3 im Rückspiel des Viertelfinales gegen Juventus. Fast ausgeschieden wären die Königlichen, und an diesen Strohhalm klammert sich nun auch Bayern. Doch auch Ramos warnt: "Wir haben uns gut präsentiert, wir haben das gut gemacht. Aber es fehlt noch ein Spiel." Im Leben lerne man nun mal oft besser durch negative Erlebnisse, so der Gelegenheits-Philosoph. Und gleiches gelte auch für den Fußball: "Das 1:3 hat uns die Augen geöffnet." Soll heißen für den zweiten Teil gegen die Münchner am Dienstag im Bernabeu: "Brust raus, ja. Aber mit der nötigen Konzentration."

Ramos kritisiert die Kritiker

Ein Spiel ist es noch bis zum Finale - um dann weiter Geschichte schreiben zu können. Ramos stand nicht nur auf dem Platz seinen Mann, anders als ein Cristiano Ronaldo, der sich (vielleicht ja verärgert über die eigene schwache Vorstellung und, wer weiß, auch über die Berichterstattung zu seinen Steuerverfahren) wortlos auf den Rückweg nach Madrid gemacht hatte.

Kapitän Ramos indes hob auch an zu Kritik an vermeintlichen Kritikern, die bei Real immer das Haar in der Suppe suchten. "Warum ist immer die Rede von Neymar, von Lewandowski, von Salah? Man sollte mehr Vertrauen haben in den aktuellen Kader", forderte der Kritiker-Kritiker. Etwa in Siegtorschütze Marco Asensio: "Das ist ein Schlüsselspieler für uns." Das Supertalent stehe "für alle, die da von der Bank kommen und es funkeln sehen". Oder Assistgeber Lucas Vazquez: "Man muss anerkennen, wie er sich nach der Verletzung von Carvajal gegen Ribery aufgearbeitet hat."

"Wir verstehen es, Real Madrid zu sein"

Oder auch die Kritik in der Heimat an Zidane, trotz all der Titel in den vergangenen Jahren. Alles verrückt, so Ramos. "Ich war hier lange Zeit im Klub ohne dass wir die Champions League gewannen haben, und manche der Trainer aus jener Zeit wurden nicht kritisiert.“ Da brach der Kapitän eine Lanze für seinen aktuellen Coach, vergaß aber, dass Zidane-Vorgänger wie Bernd Schuster, Juande Ramos oder Manuel Pellegrini und natürlich auch José Mourinho nicht weniger im Gegenwind standen.

Aber auch das sei eben Real Madrid. "Wir verstehen zu leiden, wir verstehen zu gewinnen. Wir verstehen es, Real Madrid zu sein. Es bleiben 90 Minuten." Bis zum Finale um die Titelverteidigung.

Jörg Wolfrum

Bilder zur Partie Bayern München - Real Madrid