Real-Trainer will aus dem Juventus-Spiel lernen

Zidane schwärmt: "Asensio hat alles"

Reals Trainer Zinedine Zidane

Umzingelt von "lauter tollen Spielern": Reals Trainer Zinedine Zidane. imago

Doch entschieden sei noch nichts, der Weg nach Kiew sei bestenfalls geebnet, nicht jedoch frei, erklärte Reals Trainer Zinedine Zidane trotz des 2:1 dank der Auswärtstreffer von Marcelo und Marco Asensio. "Wir haben ein gutes Resultat erzielt", übte sich der Coach der Königlichen in Understatement. "Aber es ist nie erledigt. Das kann man im Fußball nie sagen." Zumindest nicht, bevor am Ende Real Madrid jubelt, ist man geneigt zu attestieren angesichts der Dominanz des Titelverteidigers in den jüngsten fünf Jahren in der Königsklasse mit drei Titeln.

"Wir werden auch im Rückspiel leiden müssen", prognostiziert der Franzose, aber er sagte das mit Respekt vor den Bayern, von vermeintlicher Angst vor der Bestia Negra war indes nichts zu spüren nach diesem Sieg. "Wir wissen, dass wir das Rückspiel anders angehen müssen als gegen die Juve zuletzt, sonst wird es uns schlecht ergehen."

Gewonnen hat sein Team nun in dieser Saison in Paris, in Turin und jetzt am Mittwoch in München, mehr geht nicht, doch der Trainer blieb 45 Minuten nach Spielende gewohnt cool, ja sogar nüchtern: "Wir haben die Motivation, es gut zu machen. Egal, ob wir leiden müssen. Es gefällt uns, es gut zu machen. Auch in schwierigen Situationen."

Die hatte sein Team vor allem vor der Pause in München erlebt, als die Gastgeber in Führung gingen und die Defensive der Spanier mehrfach bedenklich wackelte. Allein, der Titelverteidiger reagierte wie ein Champion: "Wir haben das Spiel im Lauf der Zeit kontrolliert", so Zidane.

Wir wissen, dass wir das Rückspiel anders angehen müssen als gegen die Juve zuletzt, sonst wird es uns schlecht ergehen.

Zinedine Zidane

Das mag vielleicht in Bezug auf diverse Phasen etwas zu hochgegriffen sein, zumal sich die Münchner ein großes Chancenplus erspielten: Real jedoch wechselte den Matchwinner ein. Marco Asensio für den angeschlagenen, zuvor jedoch völlig chancenlosen Isco.

Zidane: "Asensio weiß, was er mit dem Ball machen muss. Ich muss ihm nichts sagen: Er bringt uns Vertikalität, er hat einen tollen Schuss, er läuft die Diagonalen..." Zidane formulierte den Satz nicht aus. Musste er auch gar nicht: Lieber setzte der Franzose neu an und betonte schlicht: "Er hat alles."

Und dieser Gelobte hatte ja einen Kompagnon im Spiel nach vorne: "Auch Lucas Vazquez kann in jedem Moment den Unterschied machen. Das hat er beim Tor gut gemacht zusammen mit Asensio." In der Tat war dieser Lucas Vazquez lange blass geblieben, hatte in der Offensive wenig Entscheidendes gezeigt, defensiv gegen Ribery Probleme gehabt. Doch dann leitete er wunderbar den Siegtreffer ein.

Es waren nicht die Topstars, die nach der Pause in München bei dem Konter in der 57. Minute das Spiel entschieden. Kein Wunder erklärte Zidane: "Ich habe lauter tolle Spieler." Sagte es und ging. Als sei es nichts, in der Arena der vermeintlichen Bestia Negra zu gewinnen. Wie vor einem Jahr, wieder mit 2:1. Am Ende der Saison stand damals: der Titelgewinn.

Jörg Wolfrum

Bilder zur Partie Bayern München - Real Madrid