Vier Gründe für die Steigerung nach dem Winter

So hat Nagelsmann Gnabry verbessert

TSG-Coach Julian Nagelsmann und Serge Gnabry

Der Lehrer und sein Schüler: TSG-Coach Julian Nagelsmann und Serge Gnabry. imago

Vor der Winterpause hatte Gnabry immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und kam deshalb auf gerade mal acht Einsätze in der Liga, zwei im Europacup und einen im Pokal (insgesamt 2 Tore, 1 Assist). Doch seit der Winterpause startet der 22-Jährige durch und sammelte in elf Einsätzen nun schon sechs Treffer und sechs Assists. Trainer Julian Nagelsmann erläutert die Ursachen für Gnabrys Steigerung:

Trainingsintensität:

"Er hat in der Hinrunde leider nur wenig gespielt. Das haben wir in der Rückrunde hinbekommen. Den Prozess reinzukriegen, weil er im Jugend- und Heranwachsendenalter relativ viel verletzt war. Auch bei Arsenal hatte er die Denkweise, dass er sich unter der Woche eher ein bisschen schonen muss, auch wenn er körperlich hätte Vollgas gehen können.

Das ist in unseren Augen nicht der richtige Ansatz. Man hält die Belastung am Spieltag nur aus, wenn man unter der Woche Vollgas gibt und jede Einheit Vollgas trainiert. Nicht die Körner sparen und meinen, am Wochenende geht es dann. So sind dann die Verletzungen passiert, weil er unter der Woche nicht so intensiv trainiert hatte, um sich zu schonen. Da haben wir einen guten Ansatz gefunden, um ihn in der Rückrunde verletzungsfrei zu halten. Da ist er für seine Entwicklung auch viel selbst verantwortlich. "

Raum-Zeit-Gespür:

"In der individuellen Arbeit mit ihm ging es viel um das Gespür für den Raum. Er hatte häufig eine sehr breite Position auf dem Feld, angelernt aus seiner Jugendzeit noch, das ist nicht so ganz meine Philosophie. Dadurch hat er immer sehr viel Fläche verschenkt für seine Qualitäten. Da haben wir uns viel um seine Orientierung im Raum gekümmert. Wo er zu stehen hat, wann er sich wie freilaufen muss, um einfach in kürzerer Zeit vor das Tor zu kommen. Und auch mehr Aktionen Richtung Tor zu haben, die nicht verpuffen, weil er zuvor 30, 40 Meter Raum verschenkt hat. Das war ein Hauptbaustein."

Position:

"Und auch die drei Positionen, die er gespielt hat, waren für ihn wertvoll. Mal ganz vorne, auf der offensiven Außenverteidigerposition oder auch häufig aus der Halbraumstürmerposition. So hat er unterschiedliche Räume kennengelernt, wo aber das Freilaufverhalten sehr ähnlich ist. Das war schon gut, glaube ich, so hat er sich jetzt auch geäußert, dass er etwas gelernt hat."

Künstlerpausen:

Immer wieder monierte Nagelsmann vor allem in der Hinrunde eine phasenweise Lethargie des Stürmers, der zwar immer wieder zu nennenswerten Aktionen kam, dazwischen aber auch mal länger völlig abtauchte. "Manchmal braucht er einen Tritt in den Hintern", erklärte der TSG-Trainer und pushte nicht selten seinen Angreifer aus der Coachingzone. Diese Künstlerpausen hat Gnabry mehr und mehr verkürzt. Zuletzt gegen Köln (6:0) hatte er so viele Aktionen, dass er in der Schlussphase mit Wadenkrämpfen passen musste.

Michael Pfeifer

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