Barcelonas Keeper über seine Anfänge in Mönchengladbach

Ter Stegen: Nasenbluten machte ihn zum Torwart

Nicht nur mit den Händen stark: Marc-André ter Stegens Ballgefühl rührt aus der Jugendzeit her.

Nicht nur mit den Händen stark: Marc-André ter Stegens Ballgefühl rührt aus der Jugendzeit her. imago

Als 2014 sein Abschied von Borussia Mönchengladbach feststand, weinte Marc-André ter Stegen. 18 Jahre hatte er für die Fohlen gespielt, erstmals mit vier Jahren. Und die Verbindung war so tief, dass er für sie sogar seinen großen Traum aufgab: Stürmer zu sein.

"Eine blutige Nase - so bin ich Torwart geworden", beginnt ter Stegens Beitrag für die US-Plattform "The Players' Tribune", der am Montag veröffentlicht wurde. "Ein Junge aus meiner Jugendmannschaft in Mönchengladbach hatte immer Nasenbluten, als ich ungefähr zehn Jahre alt war. Ich weiß nicht genau, warum. Er war unser Torwart, und einmal hat er es während eines Spiels bekommen. Unser Trainer brauchte jemanden, der ins Tor geht, aber keiner wollte. Also bin ich reingegangen."

Spielersteckbrief ter Stegen

ter Stegen Marc-André

Dabei war er leidenschaftlicher Stürmer. "Ich habe es geliebt, Tore zu schießen, deswegen habe ich gespielt, das hat mich glücklich gemacht." Heute, mit bald 26 Jahren, ist ter Stegen einer der besten Torhüter der Welt, Stammkeeper beim FC Barcelona, 19-maliger Nationalspieler.

'Du hebst deine Füße nicht richtig an, wenn du rennst', haben sie zu mir gesagt.

Die "Kritik" der Jugendtrainer an Marc-André ter Stegen

"Damals habe ich also plötzlich im Tor gespielt - und es gemocht. Ich habe mich nicht sofort ins Torwartdasein verliebt, aber es hat Spaß gemacht. Und jedes Mal, wenn ich ins Tor gegangen bin, habe ich mich wohler gefühlt", schreibt er. "Trotzdem fand ich es immer noch schöner, Tore zu schießen, als welche zu verhindern. Ich wollte eigentlich weiter im Sturm spielen. Aber meinen Trainern hat meine Spielweise nicht gefallen. 'Du hebst deine Füße nicht richtig an, wenn du rennst', haben sie zu mir gesagt."

Gladbacher durch und durch: Beim Abschied im Sommer 2014 kamen ter Stegen die Tränen.

Gladbacher durch und durch: Beim Abschied im Sommer 2014 kamen ter Stegen die Tränen. imago

Und so wurde er von der Borussia eines Tages vor die Wahl gestellt. "Du kannst entweder bei uns im Tor stehen oder für einen anderen Verein spielen", hieß es - und ter Stegen musste "nicht nachdenken. Ich habe mich sofort entschieden. Zwar war zu dieser Zeit tatsächlich ein anderer Verein an mir interessiert, bei dem ich weiter als Stürmer hätte spielen dürfen. Aber das war nicht mehr wichtig, Tore schießen war nicht mehr wichtig. Bei Gladbach zu bleiben - das war wichtig. Und es gab einen einfachen Grund dafür: Es war mein Zuhause. Es war der einzige Verein, den ich kannte, seit ich vier Jahre alt war."

Bis heute ist die Liebe zu seinem Jugend- und ersten Profiklub nicht erkaltet. "Gladbach wird immer etwas Besonderes für mich sein", so ter Stegen: "der Ort, der meine Karriere geformt hat und es mir später ermöglicht hat, den Traum eines jeden Kindes zu erfüllen - im Camp Nou zu spielen".

jpe

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