Köln geht mit 0:6 in Hoffenheim unter

"Eine Frechheit von uns": Horn entschuldigt sich bei den Fans

Da half auch der Trost von Dominic Maroh nicht: Kölns Keeper Timo Horn war bedient.

Da half auch der Trost von Dominic Maroh nicht: Kölns Keeper Timo Horn war bedient. imago

Hoffenheim hatte nach Ablauf der 90 Minuten zwar nur 42 Prozent Ballbesitz und 48 Prozent gewonnene Zweikämpfe vorzuweisen, die Anzeigetafel sprach allerdings eine andere Sprache. 6:0 stand dort - und die Gäste aus Köln waren auch angesichts der 18:4 Torschüsse noch gut damit bedient. TSG-Coach Julian Nagelsmann sagte am "Sky"-Mikrofon: "Es kann auch höher ausfallen. Wir müssen in der ersten Halbzeit schon 4:0 oder 5:0 führen."

Da wollte Kölns Keeper Horn, der von seinen Vorderleuten mehrmals komplett alleine gelassen worden war, nicht widersprechen: "Jeder hat das Spiel von uns gesehen, das war natürlich gar nichts. Das kam einer Aufgabe gleich. Völlig unverständlich, wie wir so spielen können. Jeder Kölner, der hier hingefahren ist, tut mir leid und müsste eigentlich sein Geld zurückkriegen für das Spiel. Es war eine Frechheit von uns." Harte Worte für den womöglich schwächsten Auftritt in dieser Saison, gerade defensiv mutete Köln wie ein Zweitligist an.

TSG "zwei, drei Klassen besser als wir"

Eines der Hauptprobleme? "Wir haben zu keiner Zeit Zugriff bekommen. Gnabry (erzielte die ersten beiden TSG-Tore, d.Red.) hatte immer Räume, wo er reingehen konnte. Das ist ein Spieler, dem man nicht so viel Platz geben darf", so Horn, der anfügte: "Die Hoffenheimer waren heute in allen Belangen zwei, drei Klassen besser als wir. Es hätte sicherlich viel höher ausfallen können."

Aufgeben ist aber keine Option. "Wir haben so viele Rückschläge in dieser Saison hingenommen", so Horn, der aber auch die Härte der Niederlage nicht verschweigen wollte: "Das müssen wir schon ein, zwei Tage verdauen. Das war schon ein heftiges Ergebnis."

Mit so einer Leistung brauchen wir gar nicht rechnen, so bleiben wir nicht in der Liga.

Timo Horn

Dennoch gelte es, die Klatsche "ganz schnell" abzuhaken. "Wir haben jetzt ein ganz wichtiges Spiel gegen Mainz. Wir hoffen, dass die Mainzer nichts holen gegen Gladbach. Aber mit so einer Leistung brauchen wir gar nicht rechnen, so bleiben wir nicht in der Liga", stellte Horn klar.

Coach Stefan Ruthenbeck nahm es mit ein wenig mehr Fassung. "Heute haben wir den Kampf nicht so angenommen und völlig verdient verloren", so der 45-Jährige: "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern und wieder Dreck fressen."

Darum wechselte Ruthenbeck nicht zur Pause

Viele "kapitale Ballverluste in der Defensive" hätten für "zu einfache" Gegentore gesorgt, Ruthenbeck sprach auch von "Einladungen" seiner Mannschaft: "Wir hatten nichts entgegenzusetzen." Warum aber stellte er in der Pause seine Mannschaft nicht um? "Wir sind mit 0:1 in die Halbzeit gegangen. Ich wollte denen, die für den Derbysieg gesorgt haben, in der zweiten Hälfte nochmal die Chance geben, sich zu zeigen." Vergeblich. Gut möglich, dass Ruthenbeck beim existenziell wichtigen Vergleich mit Mainz am nächsten Samstag (15.30 Uhr) nicht zum dritten Mal in Folge die gleiche Startformation aufbieten wird.

msc

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - 1. FC Köln